Erstellt am 19. September 2012, 00:00

Keine Harmonie. Fußball / Ritzing-Trainer Julius Simon und Stürmer Nihat Güzel fanden keinen gemeinsamen Nenner. Daher verabschiedete sich der Angreifer.

Von Didi Heger und Michael Heger

Nur 56 Tage stand Stürmer Nihat Güzel im Kader von Ostligist SC Ritzing. Nach der 1:2-Niederlage gegen Parndorf sollte der Angreifer, der im Sommer zur Probe bei einem türkischen Profiklub war, eine Nachdenkpause erhalten. Trainer Julius Simon war mit der Einstellung seines Spielers nicht zufrieden und wollte ihn daher für eine Woche zum 1b-Team nach Unterfrauenhaid „verbannen“. Güzel dazu: „Ich bekam am Sonntag nach dem Spiel eine SMS, dass ich die kommende Woche in Unterfrauenhaid trainieren und auch spielen sollte. Daraufhin habe ich versucht mit den Verantwortlichen Kontakt aufzunehmen, was nicht gelang.“ Also erschien Güzel wie immer am Montagtraining und suchte das Gespräch mit Trainer Simon und Manager Norbert Hofer. „Wir haben fast eine halbe Stunde lang versucht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Es gelang nicht und Nihat hat seine zwischenzeitliche Versetzung zum 1b-Team auch nicht akzeptiert“, erzählt Manager Norbert Hofer.

Güzel läuft nie mehr  für die Ritzinger auf

Ähnlich sieht es der Stürmer: „Wenn 20 bessere Spieler hier wären, wäre es kein Thema in der zweiten Mannschaft zu spielen, aber so kann ich das nicht akzeptieren. Daher zog ich einen Schlussstrich.“ Güzel wird also aus freien Stücken nie wieder das Trikot des Regionalligisten tragen. Nachgeweint werden dem Stürmer seitens des Vereins aber auch nicht viele Tränen: „Kicker, die sich nicht ins Mannschaftsgefüge einordnen können und nur für sich selbst spielten, haben bei uns nichts verloren“, erklärt Obmann Harald Reißner dezidiert. Dreckswäsche wird von beiden Seiten allerdings keine gewaschen. Güzel, der sich derzeit bei einem Regionalligisten fit hält: „Mit dem Trainer hat die Chemie einfach von Anfang an nicht gepasst. Ich werde im Frühjahr bei einem anderen Verein voll angreifen.“

Im Sog von Güzel verabschiedete sich auch Mustafa Atik. Die Ritzinger Bilanz litt unter der Trennung übrigens nichts: Mit dem erkämpften 1:0 über Simmering gelang der erste Sieg.