Erstellt am 31. August 2016, 03:59

Vollmann: „Nehmen Athleten größte Sorgen ab“. Joachim Vollmann ist Teil des Betreuerteams der rot-goldenen Radmannschaft von 7. bis 18. September in Brasilien.

In Rio im Einsatz. Joachim Vollmann muss auf die letzten beiden Bewerbe auf der Straße verzichten. Der Rennfahrer betreut bei den Paralympics nämlich das österreichische Radteam. Foto: D. Fenz  |  D. Fenz

Im Sommer 2011 erhielt der mittlerweile 40-jährige Oberwarter Radsportler Joachim Vollmann einen Anruf mit der Anfrage, ob er nicht als Mechaniker des Behindertensportverbandes für die Weltmeisterschaft in Dänemark einspringen möchte.

„Damals bin ich das erste Mal dabei gewesen. Seitdem war ich regelmäßig mit dem Paracyling-Team bei sportlichen Großereignissen im Einsatz – wie Weltcups, Weltmeisterschaften und auch bei den Paralympics in London 2012.“

Trainer versorgen die Sportler auf der Strecke

Nun stehen in Rio de Janeiro die zweiten Paralympics für Vollmann als Betreuer an. Dessen Tätigkeiten werden sich abseits des reinen Wettkampfs neben der Wartung und Pflege der Fahrräder und Handbikes auf die Logistik konzentrieren.

Der Material- und Personentransport vom paralympischen Dorf zu den Trainings- und Wettkampfstätten stellt dabei die größte Herausforderung dar.

„In der Vorbereitung und nach dem Rennen nimmt unser zweiköpfiges Betreuerteam den Sportlern die meisten Sorgen ab. Während der Bewerbe gilt es wiederum, die Räder bei Defekten schnellstmöglich wieder fahrbereit zu machen, die Sportler vom Streckenrand aus mit frischen Getränken zu versorgen und ihnen Informationen über den Stand des Rennens zu vermitteln.“

Die vier Athleten (Wolfgang Schattauer, Walter Ablinger, Thomas Frühwirth und Wolfgang Eibeck) sowie die Betreuer (Vollmann und Co Erich Strummer) sind bestens eingespielt.

„Die Sportler haben ihren unbändigen Kampfgeist und Willen, aus jeder Situation das Beste zu machen, gemeinsam.“

Joachim Vollmann, Mitglied des Rad-Betreuerteams

Daher traut der Oberwarter den Aktiven „zwei bis vier Medaillen zu.“ Zurück in die Heimat möchte er übrigens nicht nur landschaftliche Eindrücke mitnehmen: „Im paralympischen Dorf wird man mit Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen konfrontiert. Doch ihren unbändigen Kampfgeist und Willen, aus jeder Situation das Beste zu machen, haben sie gemeinsam. Die positive Lebenseinstellung und ein differenzierter Umgang mit etwaigen Alltagssorgen finden sich somit immer mit im Gepäck.“

Los geht es für ihn in Richtung Brasilien bereits am Freitag mit der ersten von zwei österreichischen Gruppen, die Eröffnungsfeier folgt am 7. September. Vor Ort wird Joachim Vollmann im Vorfeld Trainingszeiten auf Bahn und Straße in Erfahrung bringen, Straßen- und Bahnfahrer Wolfgang Eibeck beim Training begleiten und diverse Vorbesprechungen besuchen.

Der Rest des Radteams folgt dann am 5. September, ehe von 10. bis 17. September die eigentlichen Bewerbe stattfinden. Am 19. September fliegt das gesamte Team nach Österreich zurück.

Sportliches Engagement derzeit an zweiter Stelle

Aufgrund seines Engagements beim paralympischen Radteam muss der Lehrer einer Neuen Mittelschule in der Steiermark aktuell seinen eigenen sportlichen Einsatz bei Radrennen zurückschrauben.

„Ich befinde mich nach 16 von 18 Rennen im Österreichischen Masters-Cup auf Platz zwei. Auch, wenn ich die letzten zwei Rennen nicht fahren kann, könnte ich Zweiter bleiben“, meint der Rennfahrer abschließend. Sein Vorsprung zu den Verfolgern in der Wertung ist recht komfortabel.