Erstellt am 20. April 2011, 00:00

Pecanic-Show gegen dezimierte Oberwarter. SÜDDERBY / Verteidiger Kevin Strohmeyer sah nach einer halben Stunde Rot, was Pecanic und dem SV Güssing zugute kam.

VON ANDREAS KOLLER

OBERWART - GÜSSING 1:3. Oberwarts Talfahrt geht weiter. Auch gegen Güssing, bei denen Neo-Trainer Robert Antoni einen Einstand nach Maß feierte, war nichts zu holen. Spielentscheidendes trug sich schon nach einer halben Stunde zu: SVO-Verteidiger Kevin Strohmeyer, Bewacher von Top-Stürmer Vedran Pecanic, zog gegen selbigen die Notbremse und flog mit Rot vom Platz. Der verhängte Freistoß führte noch dazu zum 0:1: Keeper Attila Konetsny wehrte zu kurz ab und Tobias Kossits war zur Stelle. In der Folge mutierte das Derby immer mehr zur Pecanic-Show. Der Stürmer wusste die Räume gegen die dezimierten Hausherren zu nutzen und fand etliche Torchancen vor, zweimal war er erfolgreich. Obmann Martin Muik über seinen Goalgetter: „Pecanic war sehr gut drauf. Er hätte auch vier, fünf Tore machen können.“ Ein Pauschallob erging aber an die gesamte Mannschaft: „Laufbereitschaft und Einstellung haben gepasst. Da war ein anderer Zunder dahinter als zuletzt. Das taktische Konzept des Trainers ist außerdem voll aufgegangen. Wir haben Oberwart nie zur Entfaltung kommen lassen.“

Oberwarter Vorstand hält  an Trainer Kurt Riedl fest

In Oberwart herrscht unterdessen Krisenstimmung. Auf Güssinger Seite meinte man gar, mit dem 1:3-Sieg die Ablöse von Trainer Kurt Riedl besiegelt zu haben, Obmann Muik: „Jetzt haben wir Oberwart ins Jammertal geschickt.“ Die Führungsriege der Sportvereinigung Oberwart steht aber hinter dem Coach. „Es gab Diskussionen, aber wir haben uns im Vorstand geeinigt, dass Kurt Riedl bleibt“, kommentiert Manager Michael Benedek die Trainerdebatte.

Riedl glaubt, die Gründe für den ausbleibenden Erfolg zu kennen: „Es ist eine totale Blockade und Verunsicherung drinnen, wodurch die Spieler ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Wir spielen gehemmt, ängstlich und mit mangelndem Selbstbewusstsein.“ Wie es wieder bergauf gehen soll? „Die sogenannte Krise steckt im Kopf. Wir müssen daher mentale Arbeit leisten, damit die Spieler wieder an sich und den Erfolg glauben und das abliefern können, was sie schon eineinhalb Jahre bewiesen haben.“