Erstellt am 05. November 2013, 11:20

Rassismus-Sager: 14 Spiele. 2. Klasse B Süd / Neuhaus-Kicker Thomas Knaus beleidigte Schiedsrichter Niculin Fir beim Derby gegen Minihof Liebau rassistisch – und wurde nun bis 2. Juni 2014 gesperrt.

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Von Siegfried Prader und Daniel Fenz

Nicht nur, dass die Herbstsaison für den USV Neuhaus am Klausenbach sportlich wenig nach Wunsch verlief, hatte nun auch noch die 2:3-Derbyniederlage gegen Minihof Liebau am 12. Oktober ein unrühmliches Nachspiel.

Beim Abgang nach dem Schlusspfiff wurde Referee Niculin Fir vom Neuhauser Mittelfeldspieler Thomas Knaus, der allerdings an diesem Nachmittag nur als „Privatmann“ anwesend war – Knaus wurde bereits zuvor vom Verein aus disziplinären Gründen suspendiert –, „mit rassistischen Beleidigungen“ bedacht. „Er hat mich als Ausländer bezeichnet und einige Hass-Schimpfwörter benutzt. So etwas habe ich in den letzten sieben Jahren, wo ich als Schiedsrichter tätig bin, noch nicht erlebt“, erinnert sich Fir –  der gebürtige Rumäne ist seit mittlerweile zehn Jahren Österreichischer Staatsbürger. Der Referee erkannte ihn als Spieler und erstattete Anzeige. Und der Straf- und Meldeausschuss des BFV griff nach Studium des Schiedsrichterberichts tief in die Schmalzkiste. Von der ursprünglich vorgesehenen Geldstrafe gegen den Verein wurde abgesehen, dafür wird der Spieler für den Rest der Saison aus dem Verkehr gezogen. Zudem wurde ein zweijähriges Sportplatzverbot in Neuhaus über Knaus verhängt, das der Verein zu überwachen hat.

Verband sah von Strafe für den Verein ab 

In Neuhaus setzt man nun alles daran, dass Knaus nicht mehr am Sportplatz anzutreffen sein wird. Sonst gäbe es eine erneute Anzeige und der Verein müsste die Strafe bezahlen.

„Natürlich keine einfache Sache für uns, wir hoffen aber, dass uns Thomas in dieser Richtung keine Schwierigkeiten macht“, sagte Sektionsleiter Stephan Knapp

und Schriftführer Johann Holzmann ergänzte: „Wir distanzieren uns als Verein von diesem Vorfall. Natürlich sind wir als USV Neuhaus involviert, stehen aber auf der Seite von Schiedsrichter Niculin Fir.“ Simon Knöbl, Geschäftsführer des Burgenländischen Fußballverbandes: „Rassismus hat am Sportplatz nichts verloren. Wir sind froh, dass der Verband über den Vorfall informiert wurde und es Konsequenzen für den Spieler gibt.“

Güssings Bezirkspolizei-Chef Ewald Dragosits war bei der Verhandlung als Beisitzer im Senat II (Straf-, Melde- und Kontrollausschuss, kurz STRUMA) anwesend – und berichtete: „Es war eine rassistische Aussage, diese mussten wir bewerten. Thomas Knaus wurde für 14 Spiele gesperrt. Der Paragraph hätte dabei für den Verein eine Mindeststrafe von 1.000 Euro bis hin zu 10.000 Euro vorgesehen.“ Da jedoch der USV den Spieler schon davor suspendierte, sah der Verband von einer Geldstrafe für den Verein ab.

Obmann Christian Knepper ist enttäuscht von Knaus: „Sein Auftreten ist für das Image unseres Sportvereines schlecht. Das soll kein Beispiel werden. Rassismus ist tabu am Sportplatz. Alle Spieler sollten wissen, dass sie solche Dinge zu unterlassen haben.“

Der Zutritt zum Sportplatz wird ihm wie beordert nun verweigert werden. Derzeit berät der Verein, ob und wie lange er noch Vereinsspieler des USV Neuhaus ist. Thomas Knaus selbst wollte zu diesem Vorfall kein Statement abgeben.

Das ÖFB-Regulativ

Auszug aus der ÖFB-Rechtsfplegeordnung; § 112 Rassismus: (1) Wer die Menschenwürde einer anderen Person durch herabwürdigende, diskriminierende, verunglimpfende Äußerungen in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft verletzt, wird für mindestens 5 Pflichtspiele gesperrt und erhält eine entsprechende Funktionssperre. Zusätzlich werden ein Stadionverbot und eine Geldstrafe von 1.000 bis 10.000 Euro verhängt. (3) Wenn Anhänger einer Mannschaft bei einem Spiel ein Vergehen nach Abs. 1 begehen, wird der betreffende Verein, ohne dass ihn ein schuldhaftes Verhalten oder ein schuldhaftes Unterlassen trifft, mit einer Geldstrafe in der Höhe von 1.500 bis 15.000 Euro belegt. Quelle: ÖFB