Erstellt am 19. Oktober 2011, 00:00

Schiri Pethö: „Ich hätte um den Ball gekämpft“. FAIR-PLAY / Beim 2:2 zwischen Neuberg und Marz gingen die Emotionen hoch. Schiedsrichter Paul Pethö hat Verständnis.

Sechs Spiele Sperre. Neubergs Michel Kovacsits droht eine lange Pause. BAUER  |  NOEN
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VON PATRICK BAUER

Ein Tor, welches zurzeit die Schlagzeilen in der Burgenlandliga beherrscht. Es war der Ausgleich von Kevin Sinawehl in der Nachspielzeit.

Eine undurchsichtige Szene führte zu diesem Gegentor. Neuberg war im Mittelfeld im Ballbesitz, Schiedsrichter Paul Pethö unterbricht, da Neubergs Tomislav Liber aufgrund einer Verletzung am Boden lag. „Vagner ist mit dem Rücken zum gegnerischen Tor gestanden und wurde von einem Marzer Gegenspieler bedrängt. Da Vagner der Ball ein bisschen weggesprungen ist, habe ich das Spiel unterbrochen“, meint Paul Pethö. In Neuberg sah man das ein wenig anders, man sprach davon, dass Vagner alleine aufs Tor gelaufen wäre und vermutlich das entscheidende 3:1 erzielen hätte können. Zu diesem Vorwurf äußerte sich Pethö: „Er war nie alleine, sonst hätte ich sicher weiterspielen lassen.“ Mit einem Schiedsrichterball auf Höhe der Mittellinie wurde das Spiel fortgesetzt. Neubergs Obmann Martin Konrad: „Eigentlich spielt man den Ball zurück, aber Herr Dusek hat sich etwas geleistet, was es nicht geben kann und nicht geben darf.“ Für Schiedsrichter Pethö liegt kein falsches Vergehen von den Marzer Spielern vor. Pethö: „Beide Seiten haben gesagt, dass der Ball uns gehört. Bei einem Schiedsrichterball können normalerweise alle Spieler im Kreis stehen. Zwei Neuberger sind aber bevor ich den Ball zu Boden warf weggegangen.“ Marz erarbeitete sich aus dieser Aktion einen Eckball. Dieser brachte nichts ein. Der zweite Eckball war folgenschwer für Neuberg. Schiri Pethö: „Es ist sicher bitter, aber als Neuberger stelle ich mich hin und kämpfe um den Ball, denn es steht nirgends, dass Marz den Ball zwingend zurückgeben muss.“

„Schäbiges“ Verhalten  sorgt für großen Unmut

 

Kein Verständnis für das Verhalten von Marz hatte man in Neuberg. Da meint Obmann Konrad: „Dass man auf diese Weise ein Spiel zu einem Unentschieden macht, ist nicht normal. Das war schäbig und so eine Elf hat in der Burgenlandliga nichts verloren.“ Auch Trainer Andreas Konrad ließ kein gutes Haar an den Gästen: „Sie haben das bewusst gemacht und das ist eine Schweinerei.“ Diese ganze Aktion hat eine Vorgeschichte: Im letzten Jahr soll Neuberg den Marzern im Abstiegskampf keine Schützenhilfe geleistet haben, dieses Mal nahm man dafür Revanche. „Das werfen sie uns vor. Irgendwie verstehe ich das, aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun“, sagt Martin Konrad, der auch die Verantwortlichen aus Marz kritisiert: „So ein Verhalten von Trainern und Spielern gegenüber unseren Verantwortlichen hat es noch nie gegeben. Sie sollten überdenken, in welcher Liga sie sind.“

Sperre für Kovacsits  wird nicht akzeptiert

 

Aber nicht nur dieses eine Tor hält Neuberg in Atem, auch die Sperre von Michel Kovacsits von sechs Spielen will man nicht akzeptieren.

Der gebürtige Stinatzer soll gegen Parndorf einen Spieler angespuckt haben. Zumindest der Linienrichter sah dies so. Trainer Andreas Konrad dazu: „Uns wurde gesagt, dass Kovacsits seinen Gegenspieler angespuckt hat. Ich habe ihn daraufhin vor versammelter Mannschaft zusammengestaucht, bis ich von den Spielern belehrt wurde. Alle haben geschwört, dass er nicht gespuckt hat. Und auch Parndorfs Paul Hafner hat mir das bestätigt. Nur der Linienrichter behaart weiter, dass er gespuckt haben soll.“

Jetzt legten die Verantwortlichen Protest gegen die lange Sperre ein. Obmann Martin Konrad: „Wir werden sehen, wie es bewertet wird. Es ist aber eine sehr einsichtige Betrachtungsweise vom Verband, denn selbst die Parndorfer haben verneint und gesagt, Kovacsits hat nicht gespuckt.“ Trainer Andi Konrad nimmt seinen Kicker in Schutz: „Hätte er dies gemacht, wären Konsequenzen fällig gewesen, aber so können wir das nicht akzeptieren, da alle schwören, er habe nicht gespuckt.“