Erstellt am 20. Juli 2011, 00:00

Schlechtwetter-Front? Es ist Sturm angesagt. TIPP3 BUNDESLIGA / Mattersburg hat den Auftakt verhaut. Ausgerechnet bei Meister Sturm Graz soll Besserung folgen.

Voll im Einsatz: SVM-Trainer Franz Lederer hatte gegen Wiener Neustadt am Rande des Spielfelds mehr zu tun, als ihm wohl lieb war. Kein Wunder  seine Mannschaft präsentierte sich schwach.FRANZ BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Drei Auftaktpunkte gegen Wiener Neustadt, ein fettes Ranzl an Selbstvertrauen und eine schwungvolle Auswärts-Tournee das (oder so ähnlich) war wohl der Plan des SV Mattersburg für die ersten Runden der Bundesliga. Nach dem 1:2 sind die drei nun folgenden Partien in Graz gegen Meister Sturm, in Salzburg gegen den Vizemeister und in der Südstadt gegen Aufsteiger Admira so etwas wie der erste Torbogen zum Tabellenkeller.

Heißt: Die Burgenländer müssen punkten, um nicht schon (wieder) frühzeitig den Anschluss zu verpassen.

Fahren nicht hin, nur um  ja nicht zu verlieren

Grün-Weiß steht in der Pflicht schon am Samstag bei Meister Sturm Graz. Dabei will Trainer Franz Lederer vor allem eines: kein duckmäuserisches Auftreten: Wir fahren sicher nicht nach Graz, nur um dort ja nicht zu verlieren.

Eine Ansage, die Stürmer Patrick Bürger unterstreicht: Wir haben genügend Substanz, um uns nicht zu sehr verunsichern zu lassen. Natürlich war der Samstag nicht optimal, aber dadurch geht jetzt keine Welt unter. Jeder muss sich nun selbst bei der Nase nehmen.

Nachdem die Vorbereitung aus Sicht des SVM sehr gut verlaufen war, besteht Grund zur Hoffnung, dass die Burgenländer in der Steiermark (wo Nedeljko Malic noch immer gesperrt ist und die beiden U20-WM-Teilnehmer Patrick Farkas und Lukas Rath fehlen) tatsächlich anders auftreten als am Samstag gegen Wiener Neustadt. Da verschätzte sich Tormann Thomas Borenitsch bekanntlich schon nach zwei Minuten grob ein weiter Abschlag von Goalie Jörg Siebenhandl sprang am Sechzehner auf und über den herausgeeilten Borenitsch hinweg ins Gehäuse. Eine Viertelstunde vor Schluss war es dann Alex Pöllhuber, der mit einem verhungerten Rückpass das sportliche Unglück einleitete. Borenitsch klärte in höchster Not, bedrängt von Günter Friesenbichler. Der Ball kam zu Tomas Simkovic, der mit etwas Glück erst am SVM-Goalie vorbeikam und dann problemlos netzte. Ein klassischer K.o.-Schlag, meinte auch Franz Lederer, der wie die 4500 Besucher bis zum Schlusspfiff keine nennenswerte Großchance seiner Elf mehr sah.

Ob diese Patzer personelle (Aufstellungs-)Konsequenzen nach sich ziehen könnten und Nachdenkpausen folgen, ist Spekulation. Der Coach stellte aber schon zu Wochenbeginn klar: Am Samstag wird es keinen Mattersburg-Spieler am Platz geben, der solche haarsträubenden Fehler begeht.

Lederer fordert von seinen Profis schlicht und einfach vollste Konzentration ein. Ist das der Fall, wird es mit dem Vermeiden spielentscheidender Patzer klappen. Am Samstag funktionierte das offensichtlich nicht: Scheinbar hatten manche da den falschen Zugang. Vielleicht war so ein Spiel im Kopf zu ,leicht' was herausgekommen ist, haben alle gesehen.

Nicht alles schlechtreden,  aber auch nicht schönreden

Aber auch wenn die Fehler spielentscheidend waren: Gut 90 Minuten hatte Mattersburg trotzdem Zeit, um Gutes zu leisten. Das funktionierte aber nur phasenweise in der zweiten Halbzeit, als der diesmal als Joker eingetauschte Kapitän Michi Mörz nach einem Getümmel den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte.

Da schien die Partie kippen zu können, wobei dem SVM einfach auch die zwingenden Chancen fehlten. Zu wenig Bewegung, zu wenig Ideen, zu wenig Vielfältigkeit dafür war zu viel Stückwerk erkennbar. Lederer: Natürlich darf man jetzt nicht alles schlechtreden. Aber die Leistung und das Spiel waren nicht gut, das muss so gesagt werden. Alles andere wäre Schönrederei.