Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Stillstand: Badersdorf löst den Verein auf. Paukenschlag / Nach der neuen Klasseneinteilung würde Badersdorf in der 2. Klasse B Süd spielen. Jetzt zog der Verein einen Schlussstrich.

Ein Bild aus alten Zeiten. Tormann Wolfgang Jalits muss sich einen neuen Verein suchen, da sich sein Badersdorfer Verein auflöst.Archiv  |  NOEN
Von Daniel Fenz

FUSSBALL / Die Gerüchteküche über die Auflösung des SV Badersdorf brodelte bereits in den vergangenen Wochen. Was damals nur als Scherz oder Vermutung aufgefasst wurde, ist jetzt Realität. Badersdorf würde nach der neuen Klasseneinteilung nicht mehr in der 2. Klasse A, sondern in der 2. Klasse B Süd spielen (müssen). Daher beschloss der Verein am Samstagabend, den SV Badersdorf aufzulösen.

„Ein Grund für die Situation war mit Sicherheit der vor zwei Jahren erfolgte Zwangsabstieg in die 2. Klasse A Süd. Die Entscheidung, uns jetzt in die B-Gruppe zu stecken, traf uns schwer“, erzählt der scheidende Obmann Robert Augustin.

x  |  NOEN
Keine Funktionäre unter diesen Umständen 

Daher entschlossen sich die Funktionäre, den Betrieb einzustellen und nicht – wie einige andere Vereine – nur ein Jahr auszusetzen. „Die Spieler sind informiert und auch der Burgenländische Fußballverband und die Bezirkshauptmannschaft werden von uns in den nächsten Tagen kontaktiert.“ Ein neuer Vorstand war schwer zu finden, die alten Funktionäre wollten unter diesen Umständen nicht mehr weiterarbeiten. Es gab auch Gespräche bezüglich einer Fusion.

„Doch das wurde intern abgeblockt. Also war der Fall für mich erledigt. Für die 2. Klasse A Süd hätte es einen Vorstand gegeben, aber sicherlich nicht für die 2. Klasse B Süd. Es fährt keiner nach Minihof Liebau oder noch weiter in den Bezirk Jennersdorf runter.“ Sektionsleiter Willibald Laczko: „Eine Strecke mit 65 Kilometern ist nicht finanzierbar. Daher zogen wir die Notbremse, bevor wir mit Schulden dastehen. Es war mehr eine Kopfentscheidung. Hätten wir mit dem Herz entschieden, dann gäbe es den Verein noch immer.“ Bürgermeister Franz Heiden: „Für uns als Gemeinde ist es natürlich katastrophal, wenn ein Klub aufhört. Der Sportverein war in unserer Gemeinde ein Wirtschaftsfaktor. Schade, dass es zu Ende geht. Die Gemeinde wäre aber bereit gewesen, finanziell zu helfen.“

Als Obmann wäre Heiden nicht zur Verfügung gestanden, pflegen lassen möchte er den Sportplatz weiterhin. „Schade um die schöne Anlage, es ist einer der schönsten Sportplätze im Land. Leider hat der Nachwuchs heute andere Interessen als Fußball.“

Im Bezirk Güssing löst sich ebenfalls ein Verein auf. Der ASV Großmürbisch hatte vor einem Jahr den Spielbetrieb eingestellt, jetzt steht die Auflösung bevor. „Geholfen hätten einige, aber es wollte niemand den Obmann übernehmen. Es ist außerdem nicht einfach, in einer Gemeinde mit 260 Einwohnern den Spielbetrieb aufrecht zu halten. Künstlich den Verein am Leben zu halten, bringt in Wirklichkeit nichts“, so der scheidende Obmann Peter Klepeisz.

Und der scheidende Schriftführer Mario Marx ergänzt: „Es ist bitter, wird aber in Zukunft sicher mehrere Vereine treffen.“ Simon Knöbl, Geschäftsführer des Burgenländischen Fußballverbandes, zum Thema: „Es ist um jeden Verein schade. Wir hoffen natürlich, dass es nicht noch mehr trifft.“