Erstellt am 23. Oktober 2013, 08:18

STIMMEN & SPRÜCHE. Regionalliga Ost / Ein 2:1-Sieg – kaum einen interessiert‘s. Nach Schlusspfiff erhitzten sich in Stegersbach die Gemüter.

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Von Patrick Bauer

Eigentlich sollte beim SV Stegersbach dieser Tage über das Sportliche gesprochen werden. Die Elf eilt von Sieg zu Sieg, Tabellenplatz fünf und schon 22 Punkte stehen zu Buche.

Die sportliche Situation rückte am Freitag aber in den Hintergrund, denn nach Schlusspfiff drehten einige FAC-Akteure, die in Schiedsrichter Klaus Kastenhofer den Schuldigen sahen, durch.

Beim Abgang kam es dann zu unschönen Szenen. Negativer Höhepunkt war, als ein Polizist in Zivil zu Boden katapultiert wurde, obwohl der Schiedsrichter zu diesem Zeitpunkt schon in der Kabine verschwunden war.

Bitterer Beigeschmack blieb trotz kurzer „Action“

Nach rund einer Minute war zwar alles vorbei, aber der höchst bittere Beigeschmack des Ostliga-Abends war nicht mehr wegzuleugnen.

„Das Nachspiel war dann nicht sehr rühmlich. So etwas hat am Sportplatz nichts verloren“, sagte Stegersbachs Obmann Karl Krammer und sein Trainer Kurt Jusits pflichtete ihm bei: „Ich habe das gar nicht so mitbekommen habe. Ich habe nur geschaut, dass ich meine Spieler bei Laune halte.“

Eigl: „Das war eine Stoßerei – nicht mehr“ 

Beim FAC wollte man am Montag nichts mehr zu diesem Thema sagen. Da meinte Obmann-Stellvertreter Peter Eigl: „Das Ganze ist für uns vorbei. Das war eine Stoßerei – und nicht mehr.“ Seinen Spielern drohen von Vereinsseite keine Strafen.

Bei den Wienern bleibt zudem der Vorwurf, dass sich Privatpersonen in der, mit einer Kette eindeutig abgesperrten Zone, befunden haben sollen. Problem: Die Kette hielt nicht lange und wurde schnell abgerissen. Eigl: „Was sollen unsere Spieler machen, wenn Privatpersonen im Abgangsbereich stehen?“ So einfach ist es dann aber doch nicht, denn der umgestoßene Zivilbeamte, der sich in diesem Bereich befand, könnte Anzeige erstatten.

Strafen für Wiener, aber auch für Stegersbach wegen Ordnerdienst

Für die Polizei sprach Güssings Bezirkskommandant Ewald Dragosits: „Unser Mann stand am Eingang und hat die Szene verfolgt. Natürlich gehört das gewissermaßen zum Berufsrisiko, aber wenn heute einer irgendjemand verletzt, wird das automatisch angezeigt.“

Es werden Strafen auf die Wiener zukommen. Diese standen bei Redaktionsschluss noch aus. Auch Stegersbach droht ein Nachspiel, Stichwort ’Strafe wegen Ordnerversagen‘. „Das kann sein, aber wie sollen wir das in den Griff kriegen? Darauf waren wir nicht vorbereitet“, so Krammer, dem alles unangenehm ist: „Wir haben gesiegt, wieso sollten wir raufen?“

Am heutigen Mittwoch wird sich der Regionalausschuss mit diesem Thema befassen. Dazu wurden Vertreter beider Vereine und FAC-Tormann Rene Swete eingeladen.

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Gesammelte Stimmen:

„Leider ist der Tormann des FAC voll durchgedreht, aber angezettelt hat das alles schon deren Trainer. Plötzlich sind auch seine Spieler stark geworden. Auch uns könnte jetzt eine Strafe wegen Ordnerversagen blühen.“
Julius Hirmann, Sektionsleiter in Stegersbach

„Ich habe das nicht genau mitbekommen, da ich 50 Meter weit weg stand. Beim FAC sind ja dann drei, vier Spieler Amok gelaufen. Ich habe nur versucht, meine Spieler bei Laune zu halten.“
Kurt Jusits, Trainer beim SV Stegersbach

„Der ganze Hass des FAC hat sich auf den Schiedsrichter entladen, obwohl die beiden Ausschlüsse vollkommen gerecht waren. Das Ganze wurde vor allem vom FAC-Trainer und dem FAC-Tormann angezettelt. Wir vom Verein werden aber keine Anzeige erstatten.“
Karl Krammer, Obmann in Stegersbach

„Das war nur ein kurzes Geplänkel. Für uns ist das Thema erledigt.“
Peter Eigl, Obmann-Stellvertreter des FAC

„Bei gewissen Spielklassen betreuen szenekundige Beamte die Vereine. Der Mann schaut dann bei so einem Spiel, ob es beispielsweise risiko- oder gewaltbereite Fans gibt. Dieser Mann ist wichtig, um den Einsatz nach Schlusspfiff vorbereiten zu können. Dieser stand am Eingang und hat die Szene genau verfolgt.“
Ewald Dragosits, Bezirkspolizeikommandant Güssing