Erstellt am 28. März 2012, 00:00

Ungarisch ist in Mode. 1. KLASSE A SÜD / Was fiel Beobachtern der 1. Klasse in der ersten Runde ins Auge? Es gibt mehr Legionäre als bisher.

VON MARKUS GYAKY

Noch vor 15 Jahren war es üblich, dass bei einem Meisterschaftsspiel zwischen Unterwart und Schachendorf untereinander bei Unterwart nur ungarisch und bei Schachendorf nur kroatisch gesprochen wurde – einfach um es dem Gegner zu erschweren, Aktionen zu deuten. Genauso war es auch in Siget, Stinatz, Güttenbach und in anderen mehrsprachigen Gemeinden. Davon kam man wieder ab. Solche Praktiken wurden bis vor kurzem sehr selten.

Bis jetzt. Denn wer das Spiel Rotenturm gegen Schlaining besuchte, merkte schnell, dass nicht nur zwei Legionäre, sondern viel mehr ausländische Spieler aufliefen und dadurch auch natürlich miteinander in ihren Landessprachen kommunizierten. Zudem sprechen zum Beispiel bei Schlaining auch noch der Trainer Zsolt Demesy und der Tormann Mario Müllner fließend ungarisch.

Nächste Woche kommt  es zum direkten Vergleich

Der Fußball im Burgenland hat sich mit der Regelung, dass junge Legionäre Österreichern gleichgestellt werden können, verändert. Ob zum Guten, sei dahingestellt. Immer mehr Vereine greifen auf ausländische Talente zurück. So waren beim Spiel zwischen Rotenturm und Schlaining sieben Legionäre in der Startelf und insgesamt neun auf dem Spielberichtsbogen.

Es ist ein Zwiespalt, in dem sich der burgenländische Fußball befindet. Auf der einen Seite scheint die Qualität des Nachwuchs nicht so gegeben, doch der Nachwuchs erhält auch immer weniger Chancen, sich in der Kampfmannschaft zu beweisen. Vor allem die Fußballreform trägt das Ihrige zur Situation bei. Viele Vereine versuchen mit der Ausländerregelung, einen Abstieg zu verhindern.

Pikant wird es am Wochenende: Da trifft Schlaining mit einigen Legionären auf Wolfau, das ohne den einzigen Legionär Antun Capar (Sperre) auskommen müssen. Ein Duell der Konzepte steht bevor.