Erstellt am 16. Juli 2014, 07:01

von Daniel Fenz

Güssing nicht mehr in der Bundesliga. 2. Bundesliga Süd / Die sportliche Einstellung passte nicht mehr, hohe Fixkosten waren nicht tragbar. Jetzt ist ein Neustart geplant.

Bilder aus alten Zeiten. Das bewährte Team zerfällt, nur vier Frauen bleiben. Trainer Aleksandar Jovanovic (rechts) überlegt noch, ob er in Güssing bleibt, Judith Gibiser (links unten) könnte als Co-Trainerin oder für den Nachwuchs im Einsatz bleiben. Foto: Daniel Fenz  |  NOEN, Daniel Fenz
Güssings Coach Aleksandar Jovanovic könnte in der kommenden Saison nicht mehr Trainer in Güssing sein. Und so nebenbei verkündete er im Gespräch mit der BVZ, dass die „Wallabys“ aus Güssing in der neuen Punktejagd nicht mehr in der 2. Bundesliga spielen.

Die sportliche Einstellung von einigen Mädchen dürfte nicht mehr gepasst haben. „Außerdem war die Relation zu den hohen Fixkosten nicht mehr tragbar“, stellte Obfrau Astrid Gibiser klar.

Jovanovic erklärt, wie es dazu kam: „Die Disziplin einiger Spielerinnen hat nicht mehr gepasst. Außerdem ist der finanzielle Aufwand zu groß. Den sportlichen Absturz hat man besonders in der Meisterrunde gemerkt. Ich entscheide mich bis Ende Juli, ob ich in Güssing bleibe.“

Vom Bundesliga-Team bleiben vier Frauen 

Die nächste Saison wird vorerst in der 1. steirischen Landesliga in Angriff genommen, um im Zuge der Meisterschaft (die es im Burgenland nicht gibt) Spielpraxis zu sammeln. Jovanovic strebt parallel eine berufliche Weiterbildung an, eine weitere Verpflichtung von ihm ist demnach mehr als fraglich.

Fix ist hingegen: In der neuen Saison wird Güssing mit einem völlig neuen Team antreten. Von der alten Garde bleiben nur Caroline Holper, Julia Döberl, Bogi Karoly und Eva Udwardi, alle anderen Spielerinnen wurden abgegeben beziehungsweise verlassen die „Wallabys“.

Dieser Rest der Mannschaft wird durch Spielerinnen der Gebietsliga, die bereits Staatsmeisterschaftserfahrung sammelte, aufgefüllt. Nach dem Rückzug aus der Bundesliga wird es auch keine zweite Mannschaft mehr in der Gebietsliga geben.

Ob ein Wiederaufstieg in die Bundesliga möglich ist? Ja, aber nur im Zuge der burgenländischen Landesmeisterschaft. Die Güssingerinnen könnten sich dann im Frühjahr 2015 im besten Fall wieder für den Aufstiegskampf in die 2. Bundesliga qualifizieren – wenn sie das auch wollen. Astrid Gibiser: „Zuerst müssen wir aber die Trainerfrage klären. Erst dann können wir uns dem möglichen Wiederaufstieg widmen.“

Noch steht der Termin für die Meisterschaften im Burgenland nicht fest. Wenn die Termine in der Steiermark fixiert sind, wird entschieden – um eine Kollision zu vermeiden. Austragungsort wird laut Astrid Gibiser dann „höchstwahrscheinlich unsere Heimhalle in Güssing sein“. Tochter Judith Gibiser könnte – egal ob Jovanovic bleibt oder geht – auch in der nächsten Saison als Co-Trainerin dem Coach zur Seite stehen.

Knor: „Akzeptiere die Entscheidung“

„Ich habe aufgrund meiner zahlreichen Verletzungen – speziell am Rücken – ganz aufgehört zu spielen. Eventuell werde ich als Co- und Nachwuchstrainerin fungieren“, sagt Judith Gibiser zu ihren Plänen in der neuen Saison.

Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor: „Die Entscheidung der Verantwortlichen tut mir leid. Die Mannschaft ist im Laufe der Jahre gewachsen. Ich habe mit den Funktionären noch nicht gesprochen, akzeptiere aber deren Entscheidung.“

Bilder aus alten Zeiten. Das bewährte Team zerfällt, nur vier Frauen bleiben. Trainer Aleksandar Jovanovic (rechts) überlegt noch, ob er in Güssing bleibt, Judith Gibiser (links unten) könnte als Co-Trainerin oder für den Nachwuchs im Einsatz bleiben.Daniel Fenz