Erstellt am 25. Januar 2012, 00:00

„Wäre eine Katastrophe“. LEICHTATHLETIK / Sollte die Sportanlage der HTBL Pinkafeld wirklich gesperrt werden, würde wahrscheinlich auch der Verein Athletik Team Pinkafeld vor dem Aus stehen.

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VON DANIEL FENZ

Die Laufbahn der Bundessportanlage hinter der HTBL Pinkafeld ist in einem desolaten Zustand. Letztes Jahr fanden dort noch Meisterschaften, organisiert vom Leichtathletik-Verein Athletik Team Pinkafeld statt, derzeit sind aber aufgrund des schlechten Zustands der Laufbahn keine Wettkämpfe möglich.

Ulreich: „Die Existenz des  Vereins wäre gefährdet“

„Es ist keine Frage, dass in eine Infrastruktur nach Jahren wieder investiert werden muss, um sie in Schwung zu halten“, meint Werner Ulreich, Obmann des Athletik Team Pinkafeld. „Wenn die Leichtathletik-Anlage nicht erhalten werden kann, ist sowohl die Existenz der Lauf- und Walkingarena als auch der Fortbestand einiger Vereine, die viel für die Nachwuchsarbeit leisten, gefährdet.“ Und auch sein eigener Verein wäre dadurch in Gefahr. „Für uns wäre das schlicht und einfach eine Katastrophe, wenn wir diese vormals gute infrastrukturelle Einrichtung hier im Herzen des Südburgenlandes nicht mehr zum Trainieren hätten“, stellt Ulreich abschließend klar. Der Betreiber der Anlage ist die BIG (Bundes Immobilien Gesellschaft). Die Verantwortlichen wollten zu dieser Causa jedoch keine Stellungnahme abgeben. Auch Ilse Fiala-Thier, Direktorin der HTBL Pinkafeld, war gegenüber der BVZ zu keiner Stellungnahme bereit.

Andrea Liebmann, Geschäftsführerin des Internates und des Vereins zur Förderung der HTBL Pinkafeld, zeigte sich im Gegensatz zur Direktorin sehr gesprächsfreudig. „Im Bereich des Landesschulrats müsste etwas passieren. Von unserer Seite her können wir nichts investieren, da dem Verein keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.“ Ein Lehrer der HTL, der anonym bleiben möchte, meinte gegenüber der BVZ, dass die Bahn kurz vor der Schließung stehe: „Die Bahn wird gesperrt werden. Wir haben 100 Meter der Laufbahn saniert. Mehr brauchen wir für den Schulsport eigentlich nicht.“

Wartungspflicht könnte  verletzt worden sein

Auch das Land Burgenland nahm Stellung zu dieser Causa: „Wir sind nicht Betreiber, sondern nur Unterstützer. Wir haben bei der Errichtung und Sanierung gemeinsam mit dem Bund Geld zur Verfügung gestellt. Meiner Meinung nach wurde die Wartungspflicht in den letzten zehn Jahren nicht wahrgenommen. Ich stelle aber fest, dass es eine Schulsportanlage ist. Das Land Burgenland hat Sorge dafür getragen, dass die Leichtathleten dort vernünftig trainieren können“, sagte Wolfgang Szorger, Leiter des Referates Sport im Land.

Die Wartungspflicht obliegt der HTL und dem Internat, weil sie die Betreiber der Anlage sind. Wie es mit der desolaten Laufbahn nun weitergehen wird, steht in den Sternen.

Die Laufbahn ist desolat (links, rechts). Derzeit ist an ein Lauftraining und an Meisterschaften in Pinkafeld nicht zu denken. Kugelstoßen (rechts ATS-Pinkafeld-Athletin Nicole Prenner) ist noch möglich.FENZ