Erstellt am 04. Mai 2016, 05:14

von Daniel Fenz und Patrick Bauer

Wieder dran, aber: Wird auch gespielt?. Trotz 3:0 in Schwechat kriselt es in Oberwart. Am Montag blieben alle Spieler dem angesetzten Training fern.

Trainer ohne Mannschaft? Die Spieler von Richard Niederbacher kamen wegen offener Zahlungen am Montag nicht zum Training.  |  NOEN, BVZ

Eigentlich sollte beim Traditionsklub aus Oberwart derzeit vieles positiv anmuten, denn die Leistungen von Marc Farkas und Kollegen sind angesichts des Personalabbaus zur Winterpause außergewöhnlich. Nach dem 3:0 in Schwechat mischt man plötzlich wieder um den Klassenerhalt in der Liga mit.

Umso erstaunlicher kam eine Meldung am Montagvormittag. So sollen die Kicker erwogen haben, in dieser Woche nicht am regulären Trainingsbetrieb teilzunehmen, um ein gemeinsames Zeichen zu setzen.

Und tatsächlich: Trainer Richard Niederbacher stand um 18.30 Uhr alleine auf dem Platz. „Ich gehe jetzt eine Runde im Regen laufen, es ist traurig“, so der Trainer im Gespräch mit der BVZ.

Angeblich sind für die einheimischen Spieler Zahlungen offen, die sechs Monate oder noch länger zurückliegen. Dieser Umstand wurde mit dem Fernbleiben aufgezeigt. Im Raum solle von Spielerseite sogar stehen, eventuell sogar beim Ostliga-Match am Freitagabend gegen die Jung-Rapidler nicht anzutreten, um Nägel mit Köpfen zu machen.

Vollkommen perplex erwischte die BVZ Obmann Michael Leitgeb, der am Montagnachmittag noch nichts von dieser „Solidaritätsaktion“ wusste. Leitgeb: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir am Freitag nicht antreten. So schätze ich die Burschen einfach nicht ein.“

Dabei verneinte Leitgeb die noch offenen Zahlungen übrigens gar nicht: „Es ist für Teile der Mannschaft schon etwas ausständig, aber das haben wir zur Winterpause auch klipp und klar angesprochen, dass es zu Engpässen kommen wird. Und auch der neue Obmann Thomas Horvath weiß, dass zum Saisonende wohl 60.000 bis 70.000 Euro offenbleiben werden. Aber das sollte kein Problem sein. Wir befinden uns in laufenden Gesprächen mit den Spielern.“

Zwischen den Stühlen sitzt derzeit Trainer Richard Niederbacher, der Verständnis für seine Spieler aufbrachte: „Die sind schwer in Ordnung. Man muss sie auch verstehen, dass sie vieles investieren und auch opfern. Klar ist: Schön ist so eine Situation nicht.“