Erstellt am 29. Oktober 2013, 14:32

1.500 Euro Strafe und zwölf Spiele Sperre. 2. Klasse Nord / Wegen einer Facebook-Nachricht an den Verband wurde Zillingtal-Spieler Dominik Pöpperl empfindlich bestraft.

Kein Verständnis: Nikolaus Sauer, Vorsitzender des STRUMA, segnete in erster Instanz zwölf Spiele Sperre und eine Geldstrafe von 1.500 Euro ab.  |  NOEN, Fenz
Von Bernhard Fenz und Michael Pinter

Das jüngste (Geld-)Strafenregister des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) hatte es in sich. Zillingtal-Kicker Dominik Pöpperl wurde nicht nur für zwölf Spiele gesperrt, sondern muss auch 1.500 (!) Euro Geldstrafe berappen.

x  |  NOEN, Foto: BFV
Pikant: Grund ist eine Facebook-Nachricht an den BFV, in der sich der Kicker beschwert. Der BVZ liegt der zehnzeilige Text vor. Dabei bekommen die Schiedsrichter-Besetzer und -Beobachter („gehirnambotierte“ [sic]) ebenso ihr Fett ab, wie die Referees selbst („… schiris pfeifen zu lassen die zu blöd sind überhaupt zu leben“) und auch der Verband („Danke ihr volltrottel !!!“). Der gesamte Text wäre nicht druckreif.

Weil sich Pöpperl trotz Antwort-Aufforderung nicht distanzierte, landete das Online-Brieferl beim Straf- und Meldeausschuss (STRUMA). Dessen Vorsitzender Nikolaus Sauer zeigte sich „schockiert“, denn: „Die Gehässigkeiten gegenüber den Schiedsrichtern werden immer größer. Dabei sind sie derzeit gut wie schon lange nicht, auch wenn natürlich Fehler vorkommen.“

„Noch nicht die Höchststrafe“

Die verhängte Sanktion gegen Pöpperl sei laut Sauer übrigens „noch nicht die Höchststrafe“ gewesen, bis zu 2.000 Euro hätten verhängt werden können. Mehr noch: Der STRUMA berief sich auf Paragraph 111 der ÖFB-Rechtspflegeordnung – Ehrverletzung. Wäre der Paragraph 111a (Verletzung des Fairplay-Gedankens) zur Anwendung gekommen, hätte der finanzielle Strafrahmen bis zu 15.000 Euro betragen können.

x  |  NOEN, Fenz
Berappen muss die 1.500 Euro nun jedenfalls einmal der SC Zillingtal. Da es sich um ein sportrechtliches Verfahren handelt, ergehen alle Strafen an die Klubs als ordentliche Verbands-Mitglieder. Wird nicht bezahlt, kann das nach Ausschöpfen des Instanzenwegs (der Verein hat die Möglichkeit Protest einzulegen) und dreimaliger Mahnung sogar zum Ausschluss vom Spielbetrieb führen.

„So etwas ist nicht entschuldbar“ 

Dem Klub obliegt es aber auch selbst, sich das Geld vom Betroffenen dann wieder zurückzuholen. Das werde der SC Zillingtal auch tun, die ganze Summe wolle der Klub nicht übernehmen. Obmann Alfred Pöpperl zeigte sich jedenfalls zerknirscht: „So etwas ist nicht entschuldbar und einfach nur eine Katastrophe. Wenn der Verein die Strafe zahlen muss, werden wir das tun, einsehen kann ich es aber nicht. Ich kann ja nicht jeden Spieler in seiner Freizeit kontrollieren. Wir hatten mit diesen Aussagen gar nichts zu tun, das E-Mail kam ja von einer Privatperson. Wichtig ist jetzt, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Sache so schnell wie möglich zu klären.“

Dominik Pöpperl selbst, er ist Spieler und ehemaliger Sektionsleiter-Stellvertreter, nahm übrigens die 0:3-Heimniederlage in der vorletzten Woche gegen Wulkaprodersdorf zum Anlass seiner Kritik: „Jeder, der am Sportplatz war, hat gesehen, warum ich so emotional war. Das kam daher eher aus dem Affekt. Bis zur endgültigen Entscheidung will ich aber nicht mehr dazu sagen.“