Erstellt am 19. Mai 2011, 10:30

107 Doping-Anzeigen, 12 Verurteilungen im Vorjahr. Im Vorjahr hat es in Österreich 107 Strafanzeigen wegen gerichtlich strafbarer Dopingvergehen (Handel, Anwendung bei anderen, Blutdoping) und damit eine deutliche Steigerung gegenüber 2009 (84) gegeben.

Im Vorjahr hat es in Österreich 107 Strafanzeigen wegen gerichtlich strafbarer Dopingvergehen (Handel, Anwendung bei anderen, Blutdoping) und damit eine deutliche Steigerung gegenüber 2009 (84) gegeben. Auch bei den gerichtlichen Verurteilungen wurde ein Anstieg verzeichnet. Nach sieben im Jahr 2009 waren es nun zwölf. Bis dato wurde jedoch noch keine unbedingte Freiheitsstrafe ausgesprochen.

Von den 2010 eingebrachten 107 Anzeigen wurden 74 zurückgelegt. Sechs Verfahren nach dem seit August 2008 geschaffenen betreffenden Paragraf 22a des Anti-Doping-Gesetzes endeten mit einer außergerichtlichen Einigung. Allerdings geht aus den Zahlen der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage an das Justizministerium nicht hervor, ob die Betroffenen nicht auch parallel wegen anderer Vergehen verurteilt worden sind. Mit Stichtag 11. April 2011 waren noch 17 Verfahren aus dem Vorjahr anhängig.

SP-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier, der diese Daten seit 2002 laufend erfragt hat, streicht in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Arbeit der Soko Doping hervor, die seit Jänner 2009 in der Sport- und Bodybuildingszene ermittelt hat.

Erstmals gab das Justizministerium auch Auskunft über Ermittlungsmethoden in "Doping-Fällen". So führte die Kriminalpolizei 2010 insgesamt zehn Hausdurchsuchungen durch, in 17 Fällen griff man auf Nachrichtenüberwachungen und Auskünfte über Nachrichtenübermittlungen zurück.

Was die Verfolgungsmöglichkeiten von in Strafverfahren verwickelten Spitzensportlern betrifft, erachtet das Justizministerium eine Stärkung der Rechtsstellung der Nationalen Anti Doping-Agentur (NADA) als "nicht notwendig". Die ausdrückliche Festschreibung der Akteneinsicht bei gegründetem rechtlichen Interesse sei ausreichend, geht aus der aktuellen Anfragebeantwortung hervor.