Erstellt am 21. September 2011, 00:00

Abstiegs-Unruhe sieht anders aus. TIPP3 BUNDESLIGA / SVM-Boss Martin Pucher und Trainer Franz Lederer geben sich trotz vier Punkten betont gelassen.

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VON BERNHARD FENZ

Klar: Es „magerlt“ Martin Pucher, dass sein SV Mattersburg wieder hinten drin steckt. Kein Wunder, welchen Präsidenten würde das nicht ärgern?

Beunruhigt gibt sich der 55-Jährige aber nicht. Weder sei die Zeit nach acht Runden reif für etwaige öffentliche Gefühlsregungen der negativen Sorte, noch gebe das bisher Geschehene Anlass dazu, wie Pucher ausführt: „Rein von den Punkten her kann ich nicht zufrieden sein, das ist Fakt – zehn bis zwölf waren drin, vier sind es geworden. Es waren aber Partien dabei, in denen wir sehr gut gespielt haben.“ Jüngstes Beispiel für den Bankdirektor: das 2:4 gegen die Violetten. „Nach der Pause hat die Austria bis zum 2:3 nur reagiert. Ich habe da an den Sieg geglaubt – alles war dabei: Engagement, Emotion, das Beißen und der Wille.“

„Wäre es so leicht, würden  wir auf den Knopf drücken“

 

Und dann kamen sie wieder: die individuellen Fehler. Gegen die Austria muss Goalie David Schartner das 1:2 – ein scharfer, aber zentraler Schuss von Alexander Grünwald – auf seine Kappe nehmen. Beim 2:3 konnte besagter Grünwald zu unbedrängt im Strafraum einschießen. Noch dazu resultierten beide Treffer stets als direkte Antwort auf den Mattersburger Ausgleich.

Warum diese Fehler? Ist es fehlende Reife, fehlende Konzentration, fehlende Abgebrühtheit? Trainer Franz Lederer: „Es ist von allem ein bisschen was – das zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Meisterschaft.“

Und trotzdem glaubt der Chefcoach fest an die Wende: „Ich bin davon überzeugt – und davon kann mich niemand abbringen –, dass wir jederzeit einen Lauf starten können, der uns auch die nötigen Punkte bringt. Es fehlen nur Kleinigkeiten.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Pucher, für den ein Sieg nur eine Frage der Zeit ist: „Wir glauben immer an die Stärke der eigenen Mannschaft – und in praktisch jedem Spiel war für uns etwas drin.“

Wichtig sei es, besagte individuelle Fehler abzustellen, wobei der Vereins-Präsident klarstellt: „Wenn es so leicht wäre, würden wir auf den Knopf drücken.“ Nachsatz: „In Salzburg haben wir ein 0:0 geholt, da ist kein gravierender Fehler passiert. Wichtig ist einmal ein Erfolgserlebnis. So oder so ist die Mannschaft stabiler als noch vor einem Jahr.“

Direktes Duell steigt am  Samstag in Kapfenberg

 

Weiter geht es am Samstag mit dem Duell beim punktegleichen Schlusslicht Kapfenberg. Dort steht Ex-SVM-Trainer Werner Gregoritsch auf der sportlichen Kommandobrücke. Seine Ansage: „Es ist ein sehr wichtiges Spiel, vor allem für die Psyche. Wer gewinnt, kann den Anschluss an das hintere Drittel finden.“ Hochpushen will „Gregerl“ ein Match 28 Runden vor Schluss aber nicht. Das sieht auch Lederer so: „Jetzt schon von einer Schnittpartie zu sprechen, wäre wirklich völlig überzogen.“