Erstellt am 11. Dezember 2011, 15:46

Ära von Foda bei Sturm Graz endet 2012. Die Ära von Meistertrainer Franco Foda bei Sturm Graz wird 2012 nach sechs Jahren zu Ende gehen. Der Bundesliga-Titelverteidiger und der Deutsche konnten sich nicht auf eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrages einigen.

Wie der Club am Sonntag mitteilte, sei die Forderung des 45-Jährigen nach einer jederzeitigen Ausstiegsklausel der fix eingeplanten Übereinkunft im Wege gestanden.

"Fodas zusätzliche Forderung in Zusammenhang mit der Möglichkeit, jederzeit aus dem neuen Kontrakt auszusteigen, war für uns nicht akzeptabel", erklärte Sturm-Präsident Gerhard Stockenhuber in einer Aussendung. "Es liegt nicht im Sinne des Vereines, einen Vertrag abzuschließen, bei welchem der Trainer schon von Beginn weg an seinen Ausstieg denkt."

Foda wollte inhaltlich auf die Differenzen nicht näher eingehen. "Ich rede nicht über Details. Wichtig ist mir nur, dass es nicht um finanzielle Dinge gegangen ist", sagte er am Rande des Sonntagstrainings. "Würde es mir ums Geld gehen, wäre ich schon lange nicht mehr bei Sturm", meinte Foda, der in der Vergangenheit mehrmals nicht nur als ÖFB-Teamchef, sondern auch als Betreuer von Kaiserslautern und Bochum ins Spiel gebracht worden war.

Eigentlich schien der Vertragsverlängerung nur mehr ein Formalakt zu fehlen. "Ich wollte schon am Montag (dieser Woche, Anm.) unterschreiben. Stattdessen hat es ein weiteres Gespräch mit Stockenhuber gegeben. Am Dienstag dann noch eines mit Johann Jauk (Vizepräsident und Finanzvorstand, Anm.)", erzählte Foda. "Daraufhin habe ich meine Konsequenzen gezogen und entschieden, nicht zu unterschreiben."

Foda, bekannt als äußerst zurückhaltender Charakter, hielt mit seinem Ärger diesmal nicht hinter dem Berg. "In den letzten Wochen und Monaten sind viele Kleinigkeiten zusammengekommen. Es ist mir immer nachgesagt worden, ich hätte die Allmacht im Club. Das ist ein Blödsinn, das nervt mich. Ich habe nur die Vorgaben des Vorstands erfüllt", meinte Foda.

Angesichts seiner langen Vereinstreue hafte dem Ende nun ein etwas bitterer Nachgeschmack an. "Ich war 15 Jahre beim Verein, habe alle Höhen und Tiefen miterlebt und mich von der Akademie hochgearbeitet", verwies er auf seine erfolgreiche Vergangenheit in Graz. Schon als Aktiver gehörte er um die Jahrtausendwende der erfolgreichen Sturm-Truppe von Trainer Ivica Osim an und brachte Sturm als Trainer bisher einen Cup-Sieg (2010) und einen Meistertitel (2011) ein.