Erstellt am 20. Juni 2016, 09:45

von APA/Red

Albanien darf nach 1:0 von Aufstieg träumen, Rumänien out. Albaniens Fußball-Nationmannschaft hat sich im dritten Spiel bei der EM-Premiere über den ersten Sieg freuen dürfen.

Solostürmer Sadiku gelang per Kopf das 1:0  |  NOEN, APA (AFP)

Die Mannschaft von Teamchef Giovanni de Biasi kämpfte Rumänien in einer flotten Partie in Lyon mit 1:0 (1:0) nieder und wahrte damit die Chance, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale aufzusteigen.

Für das Gruppe-A-Schlusslicht Rumänien ist das Turnier zu Ende.Solostürmer Armando Sadiku (43.) war es vorbehalten, das erste EM-Tor Albaniens zu erzielen. Das reichte im Stade de Lyon vor 49.752 Zuschauern auch für den ersten EM-Sieg in der Verbandsgeschichte. Doch auch aus einem anderen Grund war der albanische Erfolg ein besonderer, war es doch der erste im neunten direkten Pflichtspielduell mit den Rumänen.

Die Albaner beendeten die Gruppe A mit drei Punkten als Dritter und müssen darauf hoffen, dass zwei andere Gruppendritte schlechter abschneiden, als sie selbst, um im Turnier zu bleiben. Für Österreich ist der Sieg Albaniens günstig, würden sie dadurch doch bei einem Sieg gegen Island zum Abschluss bei vier Zählern halten und fix einen anderen Gruppendritten schon hinter sich haben. Frankreich (7) holte sich in Pool A mit einem 0:0 im direkten Duell Platz eins vor der Schweiz (5).

Rumänien präsentierte sich im Vergleich zum 1:1 gegen die Schweiz zum Teil auch verletzungsbedingt gleich an fünf Positionen verändert und die neue durchgemischte Truppe startete durchaus verheißungsvoll. Bei einem Hoban-Schuss hatte Albanien-Tormann Etrit Berisha Mühe (5.), drei Minuten später war er bei einem Stancu-Volley auf dem Posten. Zudem setzte der sonst farblose Denis Alibec einen gefühlvollen Abschluss neben das Tor (14.).

Die Albaner hielten das Geschehen in einer munteren Partie offen und übernahmen mit Fortdauer der ersten Hälfte mehr und mehr die Initiative. Nach einem tollen Konter fehlte nur der richtige Abschluss. Ermir Lenjani, der beim 1:2-Test gegen die ÖFB-Auswahl am 26. März in Wien getroffen hatte, setzte den Ball aus sechs Metern stümperhaft drüber (23.). Migjen Basha machte seine Sache nicht besser, verfehlte aus elf Metern das Tor deutlich (35.).

Die dritte Topchance des EM-Debütanten führte aber zum herbeigesehnten ersten Torerfolg. Nach Memushaj-Flanke stellte sich Rumäniens Goalie Ciprian Tatarusanu nicht gut an und Sadiku köpfelte ins lange Eck ein (43.).

Die Albaner konnten sich deshalb nach dem Seitenwechsel darauf beschränken, hinten dicht zu machen. Die Rumänen diktierten zwar das Geschehen und hatten mehr Ballbesitz, konnten die starke Abwehr des Gegners aber kaum ausspielen. So waren Schüsse aus der Distanz, die allesamt das Tor verfehlten, lange Zeit das Gefährlichste. In der 76. Minute kam für die Rumänen auch noch Pech dazu, traf "Joker" Florin Andone doch die Latte. Damit blieb Rumänien im gesamten Turnierverlauf ohne herausgespielten Treffer, Bogdan Stancu hatte ja zweimal vom Elfmeterpunkt getroffen. Bitter ist zudem, dass Alibec mit einer Knieverletzung ausschied.

Damit blieb es beim erst dritten Erfolg der Albaner im 17. Länderspiel gegen Rumänien, dem ersten seit 1948. Die Mannschaft machte De Biasi nachträglich ein tolles Geschenk anlässlich dessen 60. Geburtstag am vergangenen Donnerstag. Nach dem Treffer der Albaner sind nun nur noch die ÖFB-Auswahl, die zuvor als erstes Team ausgeschiedene Ukraine und die Türkei im Turnier ohne Torerfolg.