Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

„Alles bei ihm macht Sinn“. GOLF / Von Helmut Löffler über Vater Klaus bis zu Martin Wiegele und Markus Brier: Alle trauen Bernd Wiesberger nach seinem ersten Sieg auf der European Tour noch mehr zu.

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VON BERNHARD FENZ

UND DANIEL FENZ

Es war beeindruckend, wie souverän Bernd Wiesberger bei der Ballantine‘s Championship in der Nähe von Seoul nach 70 Anläufen seinen ersten Sieg auf der European Tour erspielen konnte. Fünf Schläge Vorsprung auf den Schotten Richie Ramsay und ein Preisgeld von 367.500 Euro waren der Lohn für 59 fehlerfreie Löcher und 22 Birdies.

Ganz nebenbei ist dem 26-jährigen Oberwarter die Tourkarte bis Ende 2014 sicher, hat er sehr gute Chancen auf die Qualifikation für das lukrative Saisonfinale in Dubai und steht die Einladung beim Bridgestone Invitational im August in Ohio als weiteres Zuckerl fest.

Wiesbergers logische Reaktion: „Ein geiles Gefühl, das Ganze einsickern zu lassen und die Trophäe in der Hand zu halten. Die lange Reise nach Korea hat sich ausgezahlt.“

„Mit diesem Sieg hat er  den Durchbruch geschafft“

Auch innerhalb der österreichischen Golfszene erntete der sympathische Südburgenländer durch die Bank großes Lob.

Helmut Löffler etwa, langjähriger Wegbegleiter und Präsident seines Golfclubs in Bad Tatzmannsdorf, stellt klar: „Mit diesem Sieg hat er den Durchbruch geschafft – ich hoffe, dass er seinen Lauf fortsetzt. Bernd ist ein Aushängeschild für das Burgenland und für Österreich – er hat auch dem Golfclub und dem Südburgenland in touristischer Hinsicht sehr geholfen.“

In eine ähnliche Kerbe schlägt Richard Gert Senninger, Geschäftsführender Präsident des Burgenländischen Golfverbandes: „Er steht am Anfang einer ganz großen Karriere, ordnet alles seinem Spiel und seiner Leistung unter – daher spricht nichts dagegen, dass er auch ein großes Open gewinnt.“

„Einfach bemerkenswert“ findet Vater Klaus Wiesberger die Leistung seines Juniors. Nachsatz: „Am Ende seiner Fahnenstange ist er noch lange nicht, dieser Erfolg öffnet ihm jetzt neue Türen.“

Und Hotelier Karl Reiter war überhaupt „ganz begeistert“, als Wiesberger über Sky-HD live Österreich, seine Eltern, Bruder Niki und Oberwart mit den Worten „Hello everybody in Austria, hey Mum, Dad, Niki, Oberwart“ grüßte: „Er hat auch das Südburgenland bekannt gemacht. Ich bin stolz darauf, dass Bad Tatzmannsdorf den besten Spieler hat und traue Bernd noch weitere Erfolge zu.“

Respekt von seinen Kollegen  aus dem Profilager

Neben dem Wiener Markus Brier (2007 in Shanghai) und dem Grazer Martin Wiegele (2010 in St. Omer) ist Wiesberger somit der erst dritte österreichische Turniersieger auf der European Tour. Auch seine zwei Profikollegen zollten Respekt. Brier, der aktuell in Spanien weilt, gegenüber der BVZ auf die Frage, was noch möglich sei: „Von der Technik und vom spielerischen Talent her kann das erst der Anfang gewesen sein. Im Golf kommt es aber auch auf den Kopf und die mentale Stärke an, da hat er zuletzt ebenfalls große Qualitäten bewiesen.“ Der 43-Jährige selbst bäckt, wie er schmunzelnd sagt, derzeit „etwas kleinere Brötchen. Aber das kommt schon wieder …“

Martin Wiegele (33) muss nach einer Hüftoperation noch pausieren, auch er bescheinigt Wiesberger das nötige Talent für ganz oben, sagt aber unisono wie Brier: „Beim Golf spielt sich so viel im Kopf ab. Dass der erste Sieg schon heuer passiert, ist vielleicht eine kleine Überraschung. Ich freue mich einfach für ihn. Der Bernd ist ein unkomplizierter und lässiger Typ – wir haben uns in den letzten zwei Jahren auf der Tour immer wieder ein Zimmer geteilt.“

Das schwierige Thema mit der mentalen Seite im Golf streicht übrigens auch Niki Zitny, Sportleiter des Österreichischen Golfverbandes, heraus.

Darum will er auch nicht konkret prognostizieren, was für Bernd Wiesberger noch drin ist. So viel steht aber auch für Zitny fest: „Er besitzt sämtliche Voraussetzungen, die man für modernes Golf benötigt. Alles bei ihm macht Sinn. Das Umfeld ist sehr gut, er weiß auch, wie er zur Ruhe kommt, daher traue ich Bernd alles zu. Nur wissen kann man das im Golfsport eben trotzdem im Vorhinein nicht.“