Erstellt am 08. Mai 2013, 00:00

Alles geben, nicht nachdenken, fertig. Tipp3 Bundesliga / Das Rezept gegen den Abstieg klingt einfach, ist aber schwer. Ein 3:1 des SVM gegen den WAC kann die Basis sein.

Alles im Griff: Ivica Majstorovic (oben, r.) hatte WAC-Stürmer Mihret Topcagic meist unter Kontrolle.  |  NOEN
Von Bernhard Fenz

Oberflächlich betrachtet ist die Sache einfach, um Punkte zu sammeln: Ball ins Tor schießen, keines bekommen.

Graue Theorie im Meisterschaftsalltag der Bundesliga, speziell jetzt, wo es vom Titelduell über die internationalen Startplätze bis zum breiten Abstiegskampf um viel geht. Der SV Mattersburg wollte in der Vorwoche daheim Wacker Innsbruck abschütteln – eine klare Ansage. Trotzdem scheiterten die Burgenländer nach einer insgesamt zu zögerlichen Darbietung mit 1:2. Trainer Franz Lederer nannte es „nicht griffig genug“, was seine Profis im Spiel nach vorne zusammenbrachten.

Diesmal war das anders. Der SV Mattersburg fand gegen Wolfsberg die richtigen Mittel. Drei vergebene Top-Chancen vor dem Führungstor von Florin Lovin belegen, dass die Grün-Weißen die Vorgaben besser umsetzen konnten: offensiv konkrete Spielzüge bis zum Schluss durchzuziehen. Das 2:0 durch Ingo Klemen etwa war ein schnörkellos vorgetragener Gegenangriff über mehrere Stationen. Letztlich durfte der 26-Jährige (er kam statt des gesperrten Patrick Bürger zum Zug) über seine ersten beiden Bundesliga-Treffer jubeln: „Es ist optimal gelaufen. Wir sind gut mit der Situation umgegangen.“

Dass die Führung von Florin Lovin davor dank eines schweren Patzers von Goalie Christian Dobnik zustande gekommen war, darf als Glück des Tüchtigen gewertet werden. Trainer Franz Lederer: „Der Spielverlauf hat einen beträchtlichen Anteil am Ergebnis gehabt, aber wir haben ihn auch durch das Auftreten auf unsere Seite gezogen.“ Lange hatte es dann den Anschein, als ob die Burgenländer den Abstiegskampf geistig völlig ausklammern konnten. Nur nach dem 3:1 und einem Topcagic-Lattenschuss lag für kurze Zeit wieder Verunsicherung in der Luft.

Pucher: „Die Spieler waren einfach fertig“ 

Dass die Profis nicht zu viel über den letzten Platz (den hatten sie vor diesem Spieltag erstmals in dieser Saison inne) grübelten, lag auch an der raschen Aufarbeitung, wie Mattersburg-Boss Martin Pucher berichtet: „Gleich nach dem Innsbruck-Spiel haben wir die Sache mit den Spielern geklärt. Die waren fertig, wir konnten sie so nicht heimgehen lassen. Das war wichtig, denn sie hatten alle hängende Köpfe.“ Und Lederer ergänzte: „Die Mannschaft hat sich schnell wieder auf den WAC konzentriert. Wir haben immer klargemacht, dass noch fünf Runden zu spielen sind.“

Mit den drei Punkten im Rücken ist der erste Schritt aus dem Keller jedenfalls getan. Für ein Ausrufezeichen wären Punkte am Samstag (18.30 Uhr) in Ried von Vorteil. Patrick Bürger muss nach seinem Ausschluss gegen Innsbruck noch ein Spiel pausieren, Thorsten Röcher fehlt nach seiner neunten Gelben gegen den WAC ebenfalls.