Erstellt am 11. Juli 2011, 12:41

Alonso gibt Ferrari wieder Hoffnung. Ein Sieg, der die Formel 1 wieder spannend macht? Oder nur ein Aufflackern, das einem chaotischen Zick-Zack-Kurs beim Reglement zu verdanken ist?

Ob Fernando Alonso und Ferrari nach dem ersten Saisonsieg am Sonntag in Silverstone im WM-Rennen ernstzunehmende Gegner von Sebastian Vettel und Red Bull sind, dürfte sich erst bei dessen Heimrennen in zwei Wochen auf dem Nürburgring zeigen.

Grund dafür ist die Aufhebung des Zwischengas-Verbots, auf das sich die Teams bis Saisonende geeinigt haben. Damit dürfen ab sofort wieder Abgase auch ohne gedrücktem Gaspedal an den Diffuser geleitet werden - zur Verbesserung der Aerodynamik und zum Vorteil von Red Bull. Die Motoren dürfen allerdings nicht mehr zwischen Qualifying und Rennen umgestellt werden. Dieses Reglement hatte bereits vor zwei Wochen in Valencia gegolten.

Als letzte Partei hatte am Sonntag Ferrari eingelenkt. "Zum Wohle des Sports", wie Teamchef Stefano Domenicali nach dem Triumph betonte. Glücklich sei er über das Zustandekommen der Lösung nicht. "Aber wir müssen einen Schlussstrich ziehen." Zumindest hat die Scuderia neues Selbstvertrauen geschöpft. Alonso bewahrte sie vor dem elften Rennen ohne Sieg, der Einstellung der längsten Durststrecke seit Beginn der Ära Michael Schumacher 1996.

"Alonso stutzt Red Bull die Flügel", schrieb die spanische Sportzeitung "Marca" am Montag. Tatsächlich war der Spanier der schnellste Mann auf der Strecke. Sein generalüberholter Ferrari scheint große Fortschritte gemacht zu haben - ob mit oder ohne Zwischengas. "Red Bull hat noch immer das stärkste Auto, aber unsere Verbesserungen funktionieren", meinte Alonso. "Denn der Kurs kommt unserem Auto gar nicht entgegen."

In der WM ist Alonso nun zwar der erste Verfolger der Bullen, liegt nach neun von 19 Rennen allerdings 92 Punkte hinter Vettel, der bereits elf Rennen in Folge immer auf das Podest gefahren ist, auf Platz drei. "Wenn er immer Zweiter oder Dritter wird, dann wird es schwierig", erkannte der Weltmeister von 2005 und 2006.