Erstellt am 10. Februar 2012, 10:16

Auf Weltcup-Abfahrer wartet zäher Olympia-Test. Mit der Weltcup-Abfahrt der Herren am Samstag auf der "Rosa Khutor" in Krasnaja Poljana (09.00 Uhr/MEZ) startet für die Alpinen so richtig der Olympia-Countdown für 2014.

Der Gewinner wird zwei Jahre lang als Anwärter auf zumindest eine Medaille bei den Winterspielen gehandelt werden. Gut möglich, dass das Hannes Reichelt sein wird, dem die kurvige und selektive Strecke hervorragend liegt.

In den Trainings bewies er, dass auch er auf Eis gut zurecht kommt. Und dass aus ihm mittlerweile auch ein guter Springer geworden ist. Vier Sprünge sind eingebaut, einer davon könnte heuer bis zu 70 Meter weit gehen. "Springen war immer ein Schwachpunkt, mittlerweile habe ich es erlernt. Die Jumps finde ich cool", meinte Reichelt.

Chamonix-Sieger Klaus Kröll hat lange an der richtigen Abstimmung für die Bedingungen getüftelt, der Mittelteil gelang in den Zeitläufen aber schon recht gut. Mit den eng gesetzten Toren im oberen Teil hat der einzige Saisonsieger aus dem rot-weiß-roten Abfahrerlager nach wie vor keine Freude, aber die Strecke biete einiges, wo man Zeit rausholen könne, erklärte er.

Die 3.495 Meter lange Abfahrt geht an die Substanz, bei drei angesetzten Trainings, die jeder mitmachen wollte, um möglichst viel Erfahrungen zu sammeln, zeigt in den Zeitläufen nicht jeder alles. Romed Baumann zum Beispiel wollte als Sieger der letzten Super-Kombination natürlich auch noch im letzten Bewerb dieser Disziplin am Sonntag Kräfte haben. "In den ersten Trainings habe ich nicht Vollgas gegeben, ich wusste, ich kann mir Reserven lassen. Samstag muss es passen, da müssen hundert Prozent gegeben werden. Sonntag muss ich den Rest rausquetschen."

Abfahrts-Saison-Dominator ist Didier Cuche. Der Schweizer hat drei von acht Rennen gewonnen, in der Disziplinwertung hat er 473 Punkte auf dem Konto und liegt vor Kröll (437), seinem Landsmann Beat Feuz (368), dem US-Amerikaner Bode Miller (333), Baumann (318), dem Kanadier Erik Guay (310) und Reichelt (302). Genannte zählen zum Kreis der Kugel-Anwärter, das Kristall will sich Cuche zum Karriereende aber nicht nehmen lassen.