Erstellt am 23. April 2015, 10:43

von Michael Pekovics

Burgenland-Derby im Viertelfinale. Im Viertelfinale der Snickers Play Offs treffen die magnofit Güssing Knights auf die Redwell Gunners Oberwart. Spiel eins findet schon am Sonntag im Güssinger Aktivpark statt.

Spiel eins und zwei gehen im Aktivpark über die Bühne, für Spiel drei wird dann nach Oberwart gewechselt. Hier duelliert sich Hannes Ochsenhofer (Gunners) mit Chris Dun (Knights, #6).  |  NOEN, Basketball-Bundesliga ABL
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Im Südburgenland werden die Schwerter gewetzt und die Kanonen geladen - das Basketball-Duell des Jahres zwischen den Gunners und den Rittern steht an.

Ab Sonntag sind die beiden Bezirkshauptstädte Oberwart und Güssing wieder voll im Basketball-Fieber, die magnofit Güssing Knights und die Redwell Gunners Oberwart treffen im Viertelfinale der Basketball-Play Offs (siehe auch das Bracket links) aufeinander.

Diesjährige Duelle stets mit "Auswärts-Vorteil"

Die Entscheidung über den Viertelfinalgegner fiel erst am Mittwochabend: Oberwart besiegte Traiskirchen mit 87:78 und schob sich damit auf den siebenten Rang vor. Weil sich Tabellenführer Wien gegen die mit einer Rumpftruppe angetretenen Welser keine Blöse gab (107:64), reichte Güssing der 74:63-Erfolg gegen Klosterneuburg nicht für die Tabellenführung.

Das Duell Oberwart gegen Güssing im Viertelfinale ist umso bemerkenswerter, weil in den bisherigen vier Duellen immer die Auswärtsmannschaft siegreich war. Eine Serie, die die Knights natürlich brechen wollen, schließlich starten die Ritter mit zwei Heimspielen in die Play Offs.

Oberwart hingegen hat sich als Ziel gesetzt, ein Auswärtsspiel zu "stehlen", um ein zweites Heimspiel zu erzwingen und vielleicht sogar das Unmögliche zu schaffen.

Oberwarter können "ohne Druck aufspielen"

"Wir sind krasser Außenseiter gegen Güssing, das ist klar", legt Gunners-Manager Andreas Leitner die Rollen fest. "Unser großer Vorteil ist, dass wir ohne Druck aufspielen können." Die Vorzeichen für eine spannende Serie stehen jedenfalls günstig, die Gunners haben die letzten vier Duelle gegen Wels, Kapfenberg, Fürstenfeld und Traiskirchen gewonnen.

Der große Vorteil der Ritter ist Erfahrung und Selbstvertrauen. Die Knights sind aufgrund ihrer Auftritte im Europacup den dichten Spielrhythmus mit wenigen Pausen gewohnt und haben gelernt, mit kritischen Phasen umzugehen. Dazu kommt noch die breite Brust durch den ersten Cuptitel in der Vereinsgeschichte und die Ansage, den im Vorjahr erstmals errungen Titel verteidigen zu wollen.

"Gemeinsam mit unseren Fans wollen wir gut in die Serie starten und in jedem Spiel unseren besten Basketball auf das Parkett bringen", sagt Assistantcoach Daniel Müllner.

Die bisherigen Saisonduelle

1. November Güssing - Oberwart 77:78
28. Dezember Oberwart - Güssing 82:88
4. Jänner Güssing - Oberwart 73:82
8. März Oberwart - Güssing 70:73

Teamvergleich

Güssing

36 Spiele - 25 Siege/11 Niederlagen
84,6 Punkte pro Spiel erzielt/75,9 Punkte erhalten

Oberwart

36 Spiele - 18 Siege/18 Niederlagen
78,6 Punkte pro Spiel erzielt/75,9 Punkte erhalten


Die Starting Fives

Güssing

Thomas Klepeisz (9,4 Punkte - 3,2 Rebounds - 6,0 Assists - 1,4 Steals - 2,7 Turnover)
Manuel Jandrasits (3,0 Punkte - 1,8 Rebounds - 0,6 Assists - 0,5 Steals - 0,3 Turnover)
Chavdar Kostov (10,2 Punkte - 2,4 Rebounds - 1,0 Assists - 0,9 Steals - 1,3 Turnover)
Marcus Heard (12,5 Punkte - 4,5 Rebounds - 1,2 Assists - 0,7 Steals - 1,5 Turnover)
Travis Taylor (16,1 Punkte - 10,1 Rebounds - 1,8 Assists - 1,2 Steals - 2,1 Turnover)

Oberwart

Bogic Vujosevic (12,6 Punkte - 3,7 Rebounds - 4,8 Assists - 1,1 Steals - 2,3 Turnover)
Hannes Ochsenhofer (6,0 Punkte - 2,1 Rebounds - 2,3 Assists - 1,0 Steals - 1,1 Turnover)
Carlos Novas Mateo (8,3 Punkte - 1,8 Rebounds - 0,6 Assists - 0,5 Steals - 1,4 Turnover)
Rakeem Buckles (15,3 Punkte - 8,2 Rebounds - 1,1 Assists - 1,2 Steals - 3,0 Turnover)
Gabe Knutson (11,3 Punkte - 4,2 Rebounds - 0,9 Assists - 0,5 Steals - 1,3 Turnover)


Allgemeine Daten und Fakten zu den Play-Offs:

  • Zum vierzehnten Mal geht ein Achterfeld in die Postseason, erstmals in der Geschichte der ABL sind es dabei acht Meister, die einen weiteren Titel jagen. Alle Acht haben übrigens mindestens einen (oder den einzigen) Titel seit dem Jahr 2000 geholt,

  • Dank der ece bulls Kapfenberg und der Arkadia Traiskirchen Lions gibt es die Chance, dass die Serie der sieben verschiedenen Meister in sieben Jahren verlängert wird. Sie gehören nämlich nicht zu diesem Kreis, dafür neben den anderen sechs Play-off-Teilnehmern die Raiffeisen Fürstenfeld Panthers, die das Viertelfinale heuer verpasst haben,

  • Eng mit der Tatsache der verschiedenen Meister ist offenbar das Schicksal der Nummer 1 verknüpft: Denn während sich in den ersten 21 Jahren die topgesetzte Mannschaft immerhin 16mal den Titel holte, war das seit dem Beginn der Serie der unterschiedlichen Meister kein einziges Mal mehr der Fall! Die letzten sieben Titelträger starteten als Nummer 2 (6mal) bzw. als Nummer 3 (einmal) in die Postseason,

  • Nichts geändert hat sich in dieser Zeit am Schicksal der Nummern 5 bis 8: Die konnten bisher noch keinen einzigen Titel holen, es reichte auch nur zu 2 (von 56 möglichen) Finalplätzen (die Wörthersee Piraten als Nummer 5 2001 und die Redwell Gunners Oberwart als Nummer 6 2007). Und weil wir schon dabei sind, die bisherigen Titel nach Setzplätzen: 16mal Nummer 1, achtmal die Nummer 2, dreimal die Nummer 3 und einmal die Nummer 4

  • Zumindest im Viertelfinale läuft aber normalerweise alles nach Plan: Die Nummer 1 ist bei bisher 13 Serien noch nie an der Nummer 8 gescheitert, die Nummer 2 hat es einmal erwischt. Die anderen beiden Duelle gab es auf Grund des "kleinen" Viertelfinales, das zweimal gespielt wurde schon fünfzehn Mal, bei #3 - #6 steht es 12:3, am spannendsten ist erwartungsgemäß das Duell der #4 gegen die #5 mit 9:6.

  • Gleich am ersten Spieltag der Play-Offs wird das 500. Play-Off-Spiel in der Geschichte der Liga gespielt, momentan steht die Zahl bei 496.