Erstellt am 02. Mai 2013, 00:01

Beckhams PSG im Anflug. Frankreichs Spitzenreiter Paris Saint Germain könnte im Juli in Stegersbach trainieren – mit Zugpferd David Beckham. Vermittelt wurde aus der Steiermark.

Schöne Aussichten: Verlängert David Beckham seinen Vertrag bei PSG, könnte er im Juli in Stegersbach trainieren. Das würde dann wohl auch weniger fußballbegeisterte weibliche Fans interessieren.  |  NOEN, Foto: Gepa
Von Bernhard Fenz und Daniel Fenz

Läuft die Sache nach Plan, wird Peter Kogelbauer noch in dieser Woche eine positive Vollzugsmeldung abgeben können: Alles deutet darauf hin, dass der Geschäftsführer des Falkensteiner Balance-Resorts in Stegersbach Mitte Juli Paris Saint Germain begrüßen darf.

Vor einigen Jahren noch wäre der Traditionsklub ein nettes Schmankerl gewesen. Mittlerweile ist der französische Spitzenreiter dank potenter Geldgeber wieder ein echter Kracher – wurden doch auch öffentlichkeitswirksame Stars wie Zlatan Ibrahimovic oder vor allem David Beckham verpflichtet. Verlängert der Altstar – heute, Donnerstag, wird er 38 Jahre, seinen Vertrag, wäre dem sommerlichen Aufenthalt der Franzosen zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit sicher. Stegersbach und das Balance-Resort winkt somit eine kräftige Werbung.

„Der PR-Wert ist der größte Faktor bei diesen Camps“, stellt auch Kogelbauer klar. „Große Klubs sind die Basis, das Folgegeschäft ergibt sich dann einfach leichter.“ Beispiel: Dortmund und Schalke waren bereits da. Hannover 96 fragte daraufhin auch an.
Mit PSG wird also höchstwahrscheinlich ein internationaler Top-Klub das Burgenland beehren. Vermittelt wurde aber aus der Steiermark. Die Agentur IFCS („International Football Camp Styria“) fädelte ein und wird den Aufenthalt logischerweise als IFCS-Deal publizieren.

Wenn Stegersbach in der Steiermark liegt

Seit mehreren Jahren steht IFCS für Sommer-Trainingslager in der Steiermark – aufgrund der grenznahen Gebiete sitzt Stegersbach (Balance Resort) und Bad Tatzmannsdorf (Avita Resort) trotz der Zugehörigkeit zum Burgenland auch im Boot. Letztere fahren übrigens zweigleisig und sind auch als Standorte des jüngeren rot-goldenen Pendants „Best of Football“ (BOF) ausgewiesen. Ein Widerspruch? Kogelbauer verneint: „Wir arbeiten gerne mit beiden zusammen. IFCS ist ein Garant dafür, Spitzenmannschaften zu bringen. Auch Best of Football ist wichtig – es ist aber nicht leicht, auf dem Markt Fuß zu fassen.“

Zu gewachsen sind manche Netzwerke mit den besten Teams. SP-Klubobmann Christian Illedits ist als verlängerter operativer Arm des Landes und Mitglied im Landesverband Tourismus im Hintergrund aktiv. Er sagt: „Grundsätzlich ist es toll, dass Top-Klubs unsere Infrastruktur in Anspruch nehmen. Da ärgert es mich nicht, dass der Deal mit PSG über IFCS zustande kam. „Best of Football“ ist eine reine Initiative des Burgenland-Tourismus und nicht so leicht anwendbar für die absoluten Top-Vereine.“

Beim Unterbau wiederum ist sehr wohl etwas möglich. So bereiteten sich zuletzt im Vorfeld der U17-EM in der Slowakei das russische (Bad Tatzmannsdorf) und das ukrainische (Lutzmannsburg) Team in Hotels von „Best-of-Football“-Standorten vor. Tourismusdirektor Mario Baier freute es vor allem, dass „wir die Chance der U17 EM-Endrunde nutzen konnten, zwei Nachwuchsteams zur Vorbereitung ins Burgenland zu holen.“ Und BOF-Koordinator Ronni Gollatz ergänzt: „Das, was wir uns vorgenommen haben, wurde erreicht – wir lernen außerdem mit jedem Jahr dazu. Gerade bei den Top-Klubs ist es nicht so einfach, da hier auch große Budgets im Spiel sind.“

Deutscher Champions-League-Starter?

Illedits blickt in diesem Zusammenhang auch nach Tirol: „Wenn Dortmund beispielsweise im Sommer im Zillertal residiert, läuft das über schweres Geld. Da ist viel im Spiel.“
Umso erfreulicher sei es dann, wenn sich Top-Klubs trotzdem im Sinne von „Best of Football“ für das Burgenland entscheiden. So könnte Eintracht Frankfurt – aktuell haben die Hessen drei Runden vor Schluss in der deutschen Bundesliga noch Chancen auf einen Champions-League-Startplatz – früher oder später geangelt werden. Für heuer ist der Zug abgefahren, die Eintracht wird in Oberösterreich absteigen. Längerfristig könnte aus Sicht von Christian Illedits aber etwas gehen. „Abwarten. Es sieht nicht so schlecht aus.“