Erstellt am 08. Dezember 2010, 00:00

„Bei Naumoski geht das offensichtlich“. TIPP3 BUNDESLIGA / Ilco Naumoski dementiert nach dem Eklat in Wiener Neustadt, zugeschlagen zu haben.

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VON BERNHARD FENZ

Als ob der SVM nicht schon sportlich genügend Probleme hätte: Seit Samstagabend sind die Burgenländer abseits des Spielfelds im Blickfeld. Es geht um Stürmer Ilco Naumoski, der von Wiener Neustädter Seite belastet wird. Konkret: Zeugwart Harald Ertl (er kennt Naumoski aus gemeinsamen GAK-Zeiten) soll von ihm – so Ertls Vorwurf – nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschlagen worden sein (siehe „Zitiert“ links). Das Problem an der Sache: Auf den Fernsehkameras ist der Vorfall nicht festgehalten, auch die Unparteiischen sahen nichts.

Es muss aber etwas passiert sein. Das leitet sich daraus ab, dass im Krankenhaus Wiener Neustadt – dort wurde Ertl nach dem Vorfall behandelt – eine Kieferprellung und ein Tinnitus festgestellt wurden. Am Montag übermittelte der SC Wiener Neustadt der Bundesliga laut Manager Alexander Gruber die Vorwürfe in Form eines E-Mails – es wurden auch Zeugen angegeben.

Nicht nur deshalb landete die Causa bei der Liga. Einerseits vermerkte Schiedsrichter Manfred Krassnitzer in seinem Bericht, dass es einen Vorfall gegeben haben soll. Gleiches tat der Spieldelegierte der Partie, der Nickelsdorfer Wolfgang Falb. Aufgrund dieses vom Senat 3

angeführten Punktes kam es auch zu einer Anzeige gegen Naumoski, die am Montag vom Bundesliga-Strafsenat behandelt wurde.

Martin Pucher: „Wir haben  uns ein Bild gemacht“

Das Verfahren wurde jedoch vertagt, da sich Harald Ertl im Krankenstand befand und nicht befragt werden konnte. Laut Bundesliga wurden aber bereits „der betroffene Spieler bzw. diverse Zeugen“ angehört. Wann das Verfahren fortgesetzt wird, steht noch nicht fest.

Obmann Martin Pucher am Montagabend zur BVZ: „Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, will ich mich nicht zu Details äußern. Wir haben uns heute aber auch bereits innerhalb des Vereins ein Bild gemacht. Dabei kamen neben Naumoski Personen zu Wort, die den Vorfall gesehen haben und die wir unabhängig voneinander befragt haben. Bei allen Aussagen gibt es eine sehr große Deckungsgleichheit – und einen anderen Blickwinkel. Mehr will ich derzeit dazu nicht sagen.“

Der Boss des SVM stellte freilich klar: „Sollte es tatsächlich so gewesen sein, wie das medial dargestellt wurde, ist es unentschuldbar. Nur hat sich nach den Befragungen eben ein anderes Bild ergeben – und es hat sich wieder einmal herausgestellt, dass man immer alle Seiten hören muss. Jeder Mensch hat das Recht, korrekt behandelt zu werden. Der Ball liegt jetzt jedenfalls beim Bundesliga-Strafsenat.“

Die BVZ fragte bei Ilco Naumoski am Sonntag – also einen Tag nach dem Vorfall – nach. Seine Version deckte sich nicht mit jener von Ertl. Denn der mazedonische Teamspieler stellte eines klar: „Ich habe ihn nicht geschlagen.“ Stattdessen macht der 27-Jährige vor allem sein Image dafür verantwortlich, dass er nun in der Öffentlichkeit am Pranger steht: „Es ist traurig. Bei dem Namen Ilco Naumoski geht das offensichtlich leicht, da springen dann alle gleich auf.“

Scheinbar steht also Aussage gegen Aussage. Offen bleibt, was tatsächlich passiert ist, als sich die beiden über den Weg liefen. War es ein Handgemenge? War es ein Rempler? War es ein Schlag ins Gesicht? War es eine Ohrfeige? Das alles gilt es jetzt noch endgültig zu klären.