Erstellt am 08. Oktober 2015, 05:52

von Bernhard Fenz

Benkö nach Kritik: „Die Besten sollen pfeifen“. Referee-Kritik? Burgenlands Schiri-Boss Günter Benkö sieht sie nüchtern, ortet aber auch ungenützte Qualität.

Günter Benkö: Der Chef des Schiedsrichterkollegiums würde gerne die Besten sehen. Foto: Fenz  |  NOEN, Fenz
Der verbale Rundumschlag von Altachs Trainer Damir Canadi nach der 1:2-Niederlage gegen die Austria in Richtung Bundesliga-Referees (wo er sinngemäß immer wieder auftretende desolate Entscheidungen scharf kritisierte) entfachte die laufenden Diskussionen rund um die Qualität der Unparteiischen neu.

„Es läuft nicht rund, das stimmt schon“

Referees auf internationalem Top-Niveau seien nicht in Sicht, stattdessen häufe sich das Fehler-Potenzial. Einer, der zur Jahrtausendwende internationale Spitze war (mit der Leitung des EM-Halbfinalspiels Frankreich gegen Portugal als Höhepunkt), ist heute Burgenlands Schiedsrichter-Obmann: Günter Benkö.

Der 60-jährige Rauchwarter sieht das Thema grundsätzlich pragmatisch: „Es läuft nicht rund, das stimmt schon. Trotzdem wird derzeit aufgebauscht, wenn etwa der Spielausgang an einem Foul, das nicht geahndet worden ist, festgemacht wird. Fehlentscheidungen wird es immer geben, die Leistungen der Schiedsrichter schwanken – das ist aber in Europa und außerhalb davon nicht anders.“

Karriere-Aus vier Jahre vor Ende der Altersfrist

Dass aktuell aus der Riege der heimischen Spitzen-Schiedsrichter kein internationales Blitzlicht hervorsteche, liege laut Benkö aber trotzdem nicht an der Ausbildung, sondern „an der jeweiligen Person selbst“. Der für den burgenländischen Landesverband aktive Ex-Bundesliga-Referee Christian Dintar hatte jedenfalls das Zeug für einen Top-Unparteiischen im heimischen Oberhaus.

Er musste nach dem Ende der Saison 2014/2015 mit 41 Jahren (das Limit endet mit 45) vorzeitig abtreten – laut Österreichs Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek im Sinne einer Strukturänderung.

Junge Referees mit Perspektive wurden nachgezogen, Dintar fiel trotz kontinuierlich guter sportlicher Bewertungen aus dem Bundesliga-Kader. Benkö: „Davor war er eineinhalb Jahre lang einer der Besten. Es war eine sportpolitische Entscheidung, die für mich heute noch unverständlich ist. Meiner Meinung nach sollten einfach die Besten pfeifen.“