Erstellt am 14. September 2011, 00:00

„Bin um einige Sprossen nach oben gestiegen“. GOLF / Bernd Wiesberger, Österreichs aktuelle Nummer eins, bereitet sich derzeit auf die Austrian Golf Open vor und spricht mit der BVZ über seine bislang stärkste Saison.

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VON DANIEL FENZ

Es bewegt sich derzeit einiges im Leben von Bernd Wiesberger. Der Oberwarter schloss zuletzt nicht nur mit Raiffeisen einen Sponsordeal ab, sondern hat sich auch sportlich zu Österreichs Nummer eins gemausert.

Somit haben sich die ersten Jahre des Golfprofis – Wiesberger machte bereits mit 21 Jahren sein Hobby endgültig und offiziell zum Beruf – ausgezahlt.

Vor allem auch, weil heuer der Durchbruch auf der European Tour gelang. Die positive Ergebniskurve des Südburgenländers zeigte stetig nach oben und wurde nach Rang vier in Island noch um eine Nuance steiler. Platz zwei bei der „Johnnie Walker Championship“ im schottischen Gleneagles war Bernd Wiesbergers bestes Karriere-Ergebnis. Leodegar Pruschak, Marketingdirektor von Raiffeisen, über die intensivierte Zusammenarbeit: „Nach Niki Lauda, Thomas Muster, Hermann Maier sowie aktuell auch Kathrin Zettel und Marcel Hirscher setzt Raiffeisen seine Sportsponsoringstrategie fort, um mit Österreichs Spitzenathleten zusammenzuarbeiten und sie auf ihrem Erfolgsweg zu begleiten.“

Sportlich bereitet sich Bernd Wiesberger, der sein European-Tour-Ticket für 2012 bereits in der Tasche hat und noch im Rennen um einen Platz in den Top 60 der Tour ist (was beim „Race to Dubai“ die Starterlaubnis für das große und lukrative Finale im November am persischen Golf bedeuten würde), derzeit auf die Austrian Golf Open „presented by Lyoness“ vor. Gespielt wird vom 22. bis 25.9. im Diamond Country Club in Atzenbrugg. Doch nicht nur er wird die rot-goldenen Fahnen hochhalten. Auch Robin Goger, das große Talent aus Neudauberg, darf sich gegen die besten Golfer versuchen. „Es ist eine große Ehre, dabei sein zu dürfen. Ich werde alles daransetzen, um eine gute Leistung abzurufen“, gab der 16-Jährige brav zu Protokoll.

Und Wiesberger? Die BVZ befragte den Oberwarter zum Status quo:

BVZ: Wie bewerten Sie Ihre bisherigen Leistungen auf der European-Tour im Jahr 2011?

Bernd Wiesberger: Grundsätzlich habe ich mir heuer als Ziel gesetzt, am Ende des Jahres meine Spielberechtigung für 2012 über die Top 115 im „Race to Dubai“ zu erspielen. Aufgrund der guten Leistungen in Irland und Schottland sicherte ich das zum Glück bereits vorzeitig ab. Leider ist es aber zurzeit auch so, dass die Konstanz ein wenig zu wünschen übrig lässt. Es wechseln sich sehr gute mit schwachen Wochen zu sehr ab. Aber im Grunde bin ich, glaube ich, schon um einige Sprossen auf der golferischen Entwicklungsleiter nach oben gestiegen.

BVZ: Wie wollen Sie die Formschwankungen künftig besser in den Griff bekommen?

Wiesberger: Ich habe vor kurzem einige Änderungen an meinem Schwung vorgenommen und versuche, diese Änderungen nun zu stabilisieren. Zuletzt fehlte es leider an der Konstanz im Spiel. Ich bin mir aber sicher, dass ich zu den Austrian Open wieder in besserer Form bin als etwa zuletzt in Holland.

BVZ: Welchen Stellenwert haben die Austrian Open für Sie?

Wiesberger: Die Austrian Open sind natürlich eines der Highlights der heurigen Saison. Dadurch, dass Martin Wiegele, Markus Brier und ich alle drei durchwegs gute Ergebnisse während der Saison lieferten, hoffen wir natürlich auf viele Fans. Aber diese Woche wird auch aufgrund des medialen Interesses an den österreichischen Spielern sehr anstrengend werden. Ich versuche, mich nicht allzu sehr von meinem Spiel ablenken zu lassen.

BVZ: Wie sieht das Restprogramm im heurigen Jahr aus?

Wiesberger: Ich liege derzeit knapp an den Top 60 im Ranking dran und versuche, mich für das Finalturnier im November – das „Dubai World Championship“ – zu qualifizieren. Bis dahin werde ich noch Turniere in Österreich, Schottland, Portugal und in Spanien spielen. Außerdem stehen zwei Turniere in Südafrika auf dem Programm. Es bestehen daher noch viele Möglichkeiten, mich im Ranking nach vorne zu spielen.

Blick nach vorne: Bernd Wiesberger hat sich nicht nur zur Nummer eins in Österreich gemausert, sondern bleibt auch 2012 fixer Bestandteil der European-Tour. ZVG/RAIFFEISEN