Erstellt am 05. Februar 2011, 11:44

Blick zurück mit Sorgenfalte - So lief die WM 2009 für den ÖSV. Damen legten rasant los, Herren warteten bis zum vierten Rennen auf die erste Medaille.

 |  NOEN, JANERIK HENRIKSSON (SCANPIX SWEDEN)
In der rot-weiß-roten Bilanz bei alpinen Ski-Weltmeisterschaften hat das ÖSV-Team vor zwei Jahren in Val d'Isere nur den 23. Platz belegt. Zwei Titel durch Kathrin Zettel in der Super-Kombination und Manfred Pranger im Slalom, eine Silbermedaille durch Benjamin Raich im Riesentorlauf sowie zwei Bronzene durch Andrea Fischbacher im Super-G und Elisabeth Görgl in der Super-Kombination lautete die Ausbeute. Am Dienstag beginnt in Garmisch-Partenkirchen die WM 2011 - und die letzten Welttitelkämpfe sind nur bedingt zur Nachahmung empfohlen.

Gleich im ersten WM-Rennen 2009 hatte es mit der ersten Medaille für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) geklappt, als Fischbacher als Dritte im Super-G hinter der US-Amerikanerin Lindsey Vonn und der Französin Marie Marchand-Arvier zuschlug. Die Herren vermochten an die Leistungen der Landsfrauen am nächsten Tag nicht anzuschließen, während der Schweizer Didier Cuche den Super-G vor Peter Fill (ITA) und Aksel Lund Svindal (NOR) gewann, landete Raich als bester Österreicher an fünfter Stelle.

Das nächste Mal im Medaillensackerl klingelte es erneut im Damen-Lager, in der Super-Kombination schauten gleich zwei Stück heraus, zwischen Zettel und Görgl wurde die Schweizerin Lara Gut Zweite. Hängende Köpfe gab e hingegen am nächsten Tag bei den Herren, die auch in der Abfahrt medaillenlos blieben. Der Kanadier John Kucera vor Cuche und dessen Landsmann Carlo Janka lautete das Ergebnis, und für die Österreicher entpuppte sich Val d'Isere schön langsam als Val M'Isere. Hermann Maier als Sechster Bester in der Königsdisziplin - zusammen mit dem mäßigen Abschneiden im Super-G war die historische Speed-Pleite perfekt.

In der wegen Schneefalls auf Montag verschobenen Abfahrt der Damen krönte sich Vonn zur Doppelweltmeisterin und verwies Gut, die Italienerin Nadia Fanchini und Görgl, die Bronze um 36 Hundertstel verpasste, auf die weiteren Plätze. Bei den Herren ging es in der gleichen Tonart weiter - auch der dritte Bewerb endete ohne einen Beitrag für das Stockerl. Svindal gewann die Super-Kombination vor dem Franzosen Julien Lizeroux und den Kroaten Natko Zrncic-Dim. Der ÖSV brachte nur Romed Baumann als Achten in die Wertung.

Neuschnee erzwang eine Absage des Teambewerbs, doch mit dem aufgezogenen Sturm wendete sich auch das Blatt in der österreichischen Mannschaft. Während die Deutsche Kathrin Hölzl Überraschungs-Gold im Riesentorlauf vor der Slowenin Tina Maze und der Finnin Tanja Poutiainen eroberte und die ÖSV-Damen wieder leer ausgingen (Michaela Kirchgasser Fünfte), klappte es am nächsten Tag bei den Herren endlich mit der ersten Medaille. Raich machte seinem Namen als "Mister Verlässlich" alle Ehre und musste sich im Riesentorlauf nur dem überlegenen Janka geschlagen geben, Bronze ging an den US-Amerikaner Ted Ligety.

Spektakulär endeten zum WM-Ausklang die Torläufe. Erstmals seit 33 Jahren hatten sich Österreichs Damen von einer WM mit einer Slalom-Nullnummer verabschiedet, keine Athletin schaffte es ins Klassement. Dafür bejubelte Deutschland das zweite Gold, Riesch siegte vor der Tschechin Sarka Zahrobska und Poutiainen. Den goldenen Schlusspunkt aus rot-weiß-roter Sicht setzte am Sonntag Pranger, der vor Lizeroux und dem Kanadier Michael Janyk das Rennen seines Lebens fuhr. Und ein drohendes Debakel in einen Triumph ummünzte, waren doch alle übrigen ÖSV-Läufer ausgeschieden.

Die Gesamtbilanz vom damaligen Alpinchef und nunmehrigen Gesamt-Sportdirektor Hans Pum für die Damen lautete: "In Disziplinen, in denen wir uns nicht so viele Chancen ausgerechnet haben, haben wir Medaillen gemacht. Und wo wir sie erwartet und erhofft haben, hat es nicht funktioniert." Der ÖSV blickte insgesamt selbstkritisch auf die WM, denn das gestecktes Ziel von sechs bis acht Medaillen wurde nicht erreicht. Auch wenn "diese Goldmedaille ein wunderschöner Abschluss und die Erleichterung sehr groß" war, wie Pum nach der Pranger-Siegesfahrt gemeinte hatte.