Erstellt am 30. April 2012, 12:45

Brier verbeugt sich vor Wiesbergers Leistung. Auch Markus Brier hat sich vor der Leistung von Bernd Wiesberger "verbeugt". "Dass er es drauf hat, war offensichtlich. Es war aber vor allem imponierend, wie er gewonnen hat", sagte Österreichs Golf-Routinier über den Sieg seines jungen Landsmannes vergangenen Sonntag in Korea.

Dort hatte Wiesberger (26) nach u.a. drei Runden ohne Schlagverlust und mit fünf Schlägen Vorsprung den größten Preisgeld-Scheck für einen österreichischen Sportler seit Thomas Muster durch den Sieg bei den French Open 1995 im Tennis geholt.

Um nur zwei Stunden verpasste Brier am Montag die Möglichkeit, Wiesberger persönlich zu gratulieren. Während Brier zu den Spanien Open nach Sevilla flog, kam Wiesberger kurz danach auf dem Flughafen Wien-Schwechat an. Zwar ist Brier als 91. weiter der Österreicher mit der besten Weltranglisten-Platzierung im Golf, aber auch dem 43-jährigen Wiener ist klar, dass die Ablöse nur noch eine Frage der Zeit ist.

"Ich habe nach meinen Sieg in China 2007 monatelang gute Turniere gespielt. Bernd hat viel Potenzial und muss versuchen, es zu halten. Ich hoffe, er setzt da an und macht in der gleichen Tonart weiter", erklärte Österreichs Golf-Wegbereiter. Brier hatte 2006 bei den Austrian Open als erster Österreicher ein Turnier der Europa-Tour gewonnen und dann mit dem Sieg in China nachgelegt. Zuletzt ist es bei "Maudi" allerdings nicht so gut gelaufen, in der Weltrangliste ist der zweifache Familienvater derzeit nur auf Platz 394 zu finden.

Wiesbergers Erfolg beflügelt aber selbst einen Routinier wie Brier. "Nicht dass ich jetzt so spiele wie Bernd, aber logisch erzeugt das auch eine positive Stimmung bei mir", sagte Brier vor dem fast gleich hoch wie Korea dotierten Turnier in Spanien (2 Mio. Euro), für das Hans Peter Bacher nur auf der Reserveliste stand.

"Wenn Martin Wiegele wieder fit ist, sind wir gleich vier Österreicher auf der Tour und können uns gegenseitig pushen", hofft Brier auf einen Mitzieheffekt. "Bernd hat mit seinem Sieg wieder Schwung in die Sache gebracht. Meine beste Antwort wäre, gleich in Spanien ähnlich nachzulegen", sagte Brier schmunzelnd.

Der Erfolg von Wiesberger sei auch deshalb so enorm wichtig, "weil er als 26-Jähriger eine ganz andere Schicht anspricht als ich", verwies Brier darauf, dass er selbst und Wiegele beim ersten Tour-Sieg schon jenseits der 30 gewesen waren. Wiesbergers Erfolg kam in einer Woche, in der auch Österreichs 22-jähriger Europameister Manuel Trappel beim Kontinentalvergleich der besten Amateure gegen Asien/Pazifik aufseiten der Europäer geglänzt hatte.

Voraussichtlich werden Trappel und Wiesberger nun bei den British Open auf Major-Ebene gemeinsam antreten. Golf wird also immer "jünger" in Österreich. Brier taugt das sehr: "Zuletzt hat Golf punkto Zuwachs ja etwas stagniert. Jetzt können sich auch Junge mit einem österreichischen Golf-Spieler identifizieren. Ich hoffe, dass da was weitergeht."