Erstellt am 07. September 2012, 14:10

BSO startete Aktion für tägliche Turnstunde. Mit einer Pressekonferenz in Wien hat die Österreichische Bundes-Sportorganisation (BSO) am Freitag in Wien die Unterschriftenaktion für die "Tägliche Turnstunde" gestartet. Österreichweit sollen via BSO sowie der Plattform www.turnstunde.at flächendeckend möglichst viele Unterschriften gesammelt werden, um künftig im Kindergarten und allen Schultypen eine tägliche Bewegungseinheit zu ermöglichen.

Die mittlerweile dramatische Fettleibigkeit bei Österreichs Kindern ist ein Hauptgrund für diese Aktion, ausgelöst hatte sie allerdings die Medaillenlosigkeit Österreichs bei den jüngsten Olympischen Spielen 2012 in London."Es tut mir leid, dass wir der Anlass sind. Aber hoffentlich bringt uns jetzt wenigstens die Nullnummer von London weiter", zeigte sich selbst Peter Mennel, Generalsekretär des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC), begeistert von der Aktion. "Wir unterstützen das zu tausend Prozent!"

Bei der sehr gut besuchten Pressekonferenz in der Sportsbar des Marriott-Hotels bewiesen weitere prominente Unterstützer wie ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, ÖFB-Präsident Leo Windtner ("London war ein Weckruf"), Volleyball-Präsident Peter Kleinmann sowie Olympia-Sportler wie Fritz Strobl oder die Volleyball-Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger, was BSO-Präsident Peter Wittmann so zusammenfasste: "Erstmals in der Geschichte stehen alle zusammen."

Laut Wittmann gibt es zwei Hauptgründe, warum man zu dieser Causa endlich aktiv werden musste. "Erstens ist der Stellenwert des Sports in Österreich zu gering, zweitens geht es um die tägliche Turnstunde für die Kinder", sagte Wittmann. Er untermauerte die Forderungen mit einer schwedischen Untersuchung, wonach sportaktivere Kinder auch in Mathematik, Englisch usw. deutlich bessere Ergebnisse zeigten. Schröcksnadel wird sich deshalb als ÖSV sogar dafür einsetzen, dass Sport künftig ein Schul-Hauptfach wird. "Der Aufschrei im ganzen Land nach London zeigt, dass Sport sehr wohl einen Stellenwert in der Bevölkerung hat. Aber scheinbar nicht in der Politik", so Schröcksnadel.