Erstellt am 16. Januar 2015, 06:49

von Bernhard Fenz

Bürger: Sicherheit hat Vorrang. Patrick Bürger hat seinen zweiten Kreuzbandriss überwunden und steht wieder im Mattersburger Mannschaftstraining. Bis zum Einsatz-Tag X wird es aber noch dauern.

Konzentration auf das Runde: Nach Monaten des langsamen Aufbaus darf Patrick Bürger mittlerweile wieder vermehrt das Arbeitsgerät seiner Sportart miteinbeziehen. Neben der körperlichen Fitness steht beim doppelten Kreuzbandriss-Patienten des SV Mattersburg endlich wieder auch der Ball im Vordergrund. Trainer Ivo Vastic sieht das mit Zufriedenheit, hat er doch früher oder später eine weitere Alternative in der Offensive zur Verfügung. Foto: Fenz  |  NOEN, Bernhard Fenz
Es sind die kleinen Dinge im (Fußballer-)Leben, die nach zwei Kreuzbandrissen Freude bereiten. Im Fall von Patrick Bürger ist das etwa die Rückkehr zur Arbeit mit den Mitspielern. Seit dem Vorbereitungsstart am 5. Jänner ist der Bad Tatzmannsdorfer wieder dabei, allerdings auf einem anderen Level als seine Kollegen.

Bürger kann sich Freiheit nehmen, „nein“ zu sagen

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Geht es um Zweikämpfe auf Matchniveau, bleibt der offensive Südburgenländer vorsichtig – noch befindet sich der 27-Jährige in jener Phase, die oft als „langsames Herantasten“ kommuniziert wird.

„Wichtig ist mir, dass ich vor allem in körperlicher Hinsicht von Beginn weg alles mitmachen kann. Das ist ein gutes Gefühl. Soweit es geht, spule ich das gesamte Programm herunter.“

Wenn es nicht geht, kann sich Bürger die Freiheit nehmen, „nein“ zu sagen. „Das muss ich selbst entscheiden. Fühle ich mich nicht gut, nehme ich Intensität heraus. Der Kunstrasen ist in dieser Hinsicht nicht der idealste Belag für mich, aber bislang hat es funktioniert.“

Auch der Genesungsprozess nach der zweiten Operation (der erste Kreuzbandriss passierte im August 2013 beim Training, der zweite bei Bürgers Comeback-Antritt auswärts gegen die Vienna Ende April 2014) verlief zufriedenstellend. „Ich habe meine eigene Reha durchziehen können, der Verein hat mir das ermöglicht.“

„Lasse mich da nicht verrückt machen“

Schließlich ging es nach dem zweiten Rückschlag auch darum, eigene Sicherheit und Vertrauen für den nächsten Comeback-Versuch zurückzugewinnen. Über seinen zweiten Kreuzbandriss sagt Bürger schließlich: „Für mich war das keine heftige Bewegung, die dazu geführt hat. Da hätte ich in meiner Karriere schon 20 Kreuzbandrisse haben müssen.“

Mittlerweile ist das Vertrauen jedenfalls wieder da. Trotzdem weiß Bürger, dass es noch Zeit benötigt, bis er tatsächlich wieder auf Matchniveau auftreten kann. „Ich lasse mich nicht verrückt machen, gebe auch keine Prognosen ab, wann ich wieder dabei sein kann. Aber bislang fühlt sich das Knie gut an.“ Und das ist ja schon einmal was.