Erstellt am 19. Februar 2016, 05:39

von Bernhard Fenz

Bürger vor Austria-Match: „Haben jetzt gar nichts zu verlieren“. Nach dem 2:1-Erfolg in Altach tritt Mattersburg nun bei der Austria an. Patrick Bürger ist vorab zuversichtlich.

Kein Knacks: Am Dienstag der Vorwoche verzweifelten die Profis des SV Mattersburg (im Bild Markus Pink) im ÖFB-Cup-Viertelfinale noch im Kollektiv am SKN St. Pölten. Vier Tage später präsentierte sich Grün-Weiß dann in der Bundesliga bei Altach stark. Foto: Wolfgang Wallner  |  NOEN, Wolfgang Wallner
Geballte Fäuste und durch die Bank erleichterte Mattersburger Gesichter: Altach war am Samstag eine Reise wert. Das war Ende Mai 2014 das letzte Mal der Fall, als die Mattersburger beim damals bereits feststehenden Erste Liga-Meister 2:1 siegten und im Abstiegs-Fernduell mit Parndorf einen Relegationsplatz aus eigener Kraft vermieden.

 

Schnee von (vor)gestern. Im Vergleich zum Duell in der zweithöchsten Spielklasse war die Lage diesmal weit weniger dramatisch, als enorm wichtig werteten die Beteiligten die drei Punkte aber allemal. Acht Runden am Stück ohne Sieg nagten schließlich am Selbstvertrauen, das Viertelfinal-Aus am vergangenen Dienstag gegen St. Pölten (1:2;

und unten) war auch kein positiver Geschmacksverstärker für Mattersburg.

Was in Vorarlberg folgte, war aber ein konzentrierter und kompakter Auftritt der Grün-Weißen, die scheinbar unbeeindruckt vom davor Erlebten verdient siegten. Patrick Bürger brachte den SVM unmittelbar nach seiner Einwechslung auf die Siegerstraße, als er nach einem Konter einen Abpraller im Tor versenkte. Danach war mit Florian Templ der zweite Joker durch einen schönen Heber erfolgreich.

Schon bei Bürgers Comeback-Match im Herbst, als er nach langer Verletzungspause wieder dabei war, gelang dem Bad Tatzmannsdorfer nach seiner Einwechslung daheim gegen Altach der 2:1-Siegestreffer per Kopf.

Ein Zufall, der sich aber aufgedrängt hat, wie Bürger sagt: „Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und versucht, noch konzentrierter an die Sache heranzugehen. Außerdem war in der Analyse der letzten Partie klar, dass die Gegentreffer individuellen Fehlern entsprungen sind.“

„Sachlich gesehen war die Leistung o.k.“

Die galt es zu vermeiden, was in Altach gut gelang. Das Ergebnis: Die Gastgeber kamen nicht und nicht in die Partie, erst nach der Pause war der Sensations-Aufsteiger des Vorjahres etwas präsenter am Platz.

Dann netzte Bürger aber den vor ihm aufspringenden und gar nicht leicht zu verwertenden Ball zur Führung ein – eine kollektive Befreiung: „Durch die fehlenden Ergebnisse war auch das Selbstvertrauen nicht völlig da. Umso wichtiger war es, dass wir uns etwas zugetraut haben. Auf einmal klappt alles nach so einem Erfolgserlebnis leichter, das spürst du sofort.“

Für Chefcoach Ivica Vastic kam der Erfolg in Altach trotz der schwachen Ergebnisse von zuletzt jedenfalls nicht überraschend: „Wenn wir sachlich bleiben, dann war etwa die Leistung gegen St. Pölten o.k., auch wenn das Resultat nicht gestimmt hat. Die Jungs sind willig – und es war nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder punkten würden.“

Vastic warnt vor der individuellen Klasse

Am Samstag (16 Uhr) soll die Wiener Austria geärgert werden. Dort ärgert man sich wohl heute noch über die bittere 0:3-Derbypleite gegen Rapid. Zu rechnen ist also mit einer Austria, die um sportliche Wiedergutmachung bemüht sein wird. Patrick Bürger spielt vorab die Außenseiter-Karte aus: „Dort haben wir gar nichts zu verlieren.“ Schmunzelnder Nachsatz: „Das passt uns ganz gut.“

Ergo wird man beim SVM einen Masterplan fassen, um Punkte aus der Generali-Arena zu entführen. Vastic: „Die Austria verfügt über große individuelle Klasse. Im Gegensatz zum Derby wird Grünwald nun wieder zurückkommen. Wir wissen aber um unsere Möglichkeiten. Wenn wir das Auftreten, die Konzentration und die Geschlossenheit des Altach-Spiels beibehalten, bin ich zuversichtlich.“ Personell sollte es keine Problemfälle geben, auch der nach dem St. Pölten-Match angeschlagene Michi Perlak dürfte wieder fit sein.

In Altach tauschte Vastic übrigens mit Kapitän Patrick Farkas, Stürmer Patrick Bürger und Verteidiger Vitaljis Maksimenko drei Spieler der Startformation aus dem ÖFB-Cup.

Vastics Hintergrund: „Bei drei Partien innerhalb von sieben Tagen ist die Belastung groß – das kostet Substanz. Da wir über einen ausgeglichenen Kader verfügen und alle Spieler sehr gut arbeiten, sind wir variabel und können tauschen. Parallel dazu haben wir dann mit Farkas, Bürger und Templ noch frische Akteure bringen können, die auch Akzente gesetzt haben.“