Erstellt am 12. Dezember 2012, 10:30

Bundesliga diskutiert über Erste-Liga-Format. Die Vertreter der Fußball-Bundesliga suchen am Donnerstag in Wien nach einer gemeinsamen Linie hinsichtlich des Formats der Ersten Liga. Der ÖFB und seine Landesverbände wünschen sich einen Direktaufstieg der drei Regionalliga-Meister in die zweithöchste Leistungsstufe und würden eine Aufstockung auf 12 oder 16 Clubs begrüßen. Dies wird jedoch von den aktuellen Vereinen der Ersten Liga abgelehnt.

Hubert Nagel, Präsident von Erste-Liga-Spitzenreiter Austria Lustenau und gleichzeitig Mitglied des Bundesliga-Aufsichtsrats, spricht sich sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus sportlichen Gründen klar gegen eine Erweiterung aus. "Jede Änderung wäre ein Wahnsinn. Die Erste Liga ist zum Spielball zwischen Bundesliga und ÖFB geworden, obwohl sie sich gut entwickelt hat", erklärte der Vorarlberger.

Für eine Adaption des Liga-Formats wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Da jeder Bundesligist über fünf und jeder Erste-Liga-Club über drei Stimmen verfügt, können die Repräsentanten der Ersten Liga nicht überstimmt werden, sofern sie geschlossen votieren - was in der jüngeren Vergangenheit immer der Fall war und wohl auch am Donnerstag passieren wird.

Da offenbar auch von den Oberhaus-Vereinen kein großer Widerstand gegen eine Fortsetzung der zweiten Klasse als Zehnerliga kommt, dürfte die Forderung des ÖFB nicht erfüllt werden. Dies könnte wiederum bei der ÖFB-Präsidiumssitzung am Freitag für Unmut sorgen. Sollte die Zehnerliga bleiben, will Bundesliga-Präsident Hans Rinner über einen zweiten direkten Aufstiegsplatz diskutieren. "Dann muss eben der ÖFB über eine Variante mit zwei Regionalligen nachdenken", meinte der Steirer.

Einem Szenario mit zwei statt drei Regionalligen kann wiederum Nagel nichts abgewinnen. "Dann kann man gleich eine österreichweite 3. Liga machen, die Reisespesen sind fast schon gleich." Das scheint jedoch eher unwahrscheinlich - dafür könnte es ein Comeback von Amateur-Teams in der Ersten Liga geben. "Ich halte zwar nicht allzu viel davon, aber das ist ein Kompromiss, den ich notfalls eingehen würde", sagte Nagel.