Erstellt am 11. Februar 2013, 10:08

Bundesliga hinten und vorne spannend. Im Gegensatz zur vergangenen Saison machen sich die vier "Großen" der Fußball-Bundesliga den Meistertitel dieses Mal alleine unter sich aus.

Der FK Austria Wien (48 Punkte) ist dank sieben Punkten Vorsprung der große Gejagte, doch auch Titelverteidiger Red Bull Salzburg (41), Rekordmeister SK Rapid Wien (38) und eventuell der SK Sturm Graz (35) dürfen sich noch Hoffnungen machen.

Spannung ist auch am anderen Ende der Tabelle garantiert, wo Schlusslicht FC Wacker Innsbruck (16), das bei Punktegleichheit zurückgereiht wird, der SC Wiener Neustadt (16) und FC Admira Wacker Mödling (17) innerhalb eines Zählers liegen. Zudem haben auch der SV Mattersburg (21) und Aufsteiger WAC (21) den Klassenerhalt längst noch nicht sicher. Einzig die SV Ried (26) befindet sich als Fünfter in einem gewissen Niemandsland.

"Ich glaube, dass es dieses Mal so ist, dass die Mannschaften, die die besseren Kader haben von der Menge und der Einzelqualität, ihre Leistung auch wirklich abgerufen haben. Im letzten Jahr war es eben nicht der Fall, deshalb ist der Unterschied da", sagte Austria-Trainer Peter Stöger. Das sah auch Admiras Dietmar Kühbauer so: "Heuer ist es einfach so, wie es grundsätzlich sein sollte. Die Clubs, die mehr Geld und Qualität zur Verfügung haben, sind auch oben."

Ob das Level der Liga gestiegen ist, ist fraglich. "Das ist schwer zu sagen, spannend ist es jedenfalls hinten und vorne", resümierte Wiener-Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger. Nenad Bjelica schätzt die Qualität der Liga so ähnlich ein wie vergangene Saison. "Nicht viel besser oder schlechter", meinte der WAC-Trainer.

Auch Roland Kirchler ist der Meinung, dass die Liga sicher nicht besser geworden ist. Aus einem bestimmten Grund. "Es sind sehr viele junge Spieler jetzt auch schon oft Stammspieler, diese Spieler brauchen aber auch Zeit für die Entwicklung. Und sobald es gute Spieler gibt, werden sie gleich wieder von anderen Vereinen weggekauft", sagte der Wacker-Coach.

Dass sehr viele Clubs auf die Jugend setzen, ist für Peter Hyballa ein gutes Zeichen. "Wenn junge Spieler spielen, hast du immer auch Tempo drinnen", betonte der Sturm-Graz-Trainer. Die Liga sieht er auf einem guten Weg. "Viele Trainer denken immer mehr auch offensiver, weil es moderner wird, weil du zwar Punkte holen musst, aber eben auch Leute befriedigen musst mit den Augen. Ich denke, dass die Liga insgesamt interessanter wird", sagte der Deutsche, der seine Truppe zumeist sehr offensiv ausrichtet.

Roger Schmidt hat als Trainer Erfahrungen in Deutschland gesammelt, auch er schätzt die Liga durchaus als konkurrenzfähig ein. "Ich glaube, dass man sich nicht kleiner machen sollte, als man ist und sich die Liga im Vergleich zu anderen nicht verstecken braucht", erklärte der Salzburg-Trainer.

Dem konnte Michael Angerschmid nur zustimmen. "Ich denke, dass die Liga nicht so schlecht ist, wie sie in der Öffentlichkeit gemacht wird. Das höre ich auch von Spielern, die zu uns kommen", sagte der Ried-Cheftrainer. Und Rapids Peter Schöttel war folgender Meinung: "Im Rahmen unserer Möglichkeiten stehen wir ganz gut da. Wenn wir uns aber mit den großen Ligen vergleichen wollen, wird es für alle Beteiligten schwer, zufrieden zu sein. Gegenüber vergleichbaren Ligen schauen wir auf jeden Fall sehr gut aus."

Dass in Österreich immer wieder Vergleiche mit Deutschland gezogen werden, ist für Franz Lederer unverständlich. "Man sollte realistisch bleiben, Länder wie Deutschland oder England sind viel größer, wir sollten lieber Spiele aus der Schweiz, Schweden oder Holland, wo auch nicht alle Partien toll sind, anschauen und uns mit diesen Ländern vergleichen", sagte der Mattersburg-Trainer. "Vor allem wenn man dieser Tage sieht, was die Sportart Nummer eins in Österreich ist."