Erstellt am 27. November 2015, 05:38

von Bernhard Fenz

Falscher Brief weiter unter der Lupe. Aufforderung zur „Selbstmeldung“: Ein Brief des Finanzamts an einige Klubs entpuppte sich als Fälschung – nun folgt eine Anzeige.

Symbolbild  |  BVZ, Bernhard Fenz

Da staunten so manche Klubvertreter aus dem Fußball-Unterhaus (etwa aus den 2. Ligen) nicht schlecht, als ein mit 11. November datierter Brief des Finanzamts mit der Aufforderung zur „Selbstmeldung“ der Einnahmen aus dem Spielbetrieb und aus Veranstaltungen des Jahres 2014 im Vereinsbriefkasten eintrudelte.

BVZ.at hatte vergangene Woche berichtet:



x  |  NOEN, Faksimile/König
Mittlerweile steht fest: Das Schreiben ist eine Fälschung.

Während der 11.11. als Faschingsbeginn noch Zufall sein könnte, deutete der Name des vermeintlichen Sachbearbeiters schon klar auf den Schwindel hin (siehe Faksimile links): „Atenton Karnavalo“ heißt nichts anderes als „Achtung Fasching“ aus spanisch.

Mehrheitlich Post für den Süden

Vereine aus der Regionalliga Ost und der BVZ Burgenlandliga wurden, wie die BVZ erhob, nicht kontaktiert – aus den 2. Ligen sehr wohl. Hier sollen vor allem einige südburgenländische Vertreter angeschrieben worden sein, der eine oder andere Ausreißer aus der Gruppe Mitte und der Gruppe Nord sei ebenfalls dabei.

Etwaiger Hintergrund: Die Klubs aus der höchsten Liga des Landes werden ohnehin regelmäßig von der Finanz und der Gebietskrankenkasse geprüft, darunter gibt es keine flächendeckenden Kontrollen. Gut möglich also, dass hier mit dieser Aktion Unruhe unter den Klubs gestiftet werden sollte.

„Man sollte trotzdem nicht davon ausgehen, dass
ab sofort jede Mitteilung des Finanzamts nur eine
Fälschung ist …“
Schmunzelnder BFV-Präsident Gerhard Milletich


Der Burgenländische Fußballverband informierte jedenfalls bereits alle Mitglieder. Wie viele Vereine tatsächlich kontaktiert wurden, wird aktuell erhoben. Die Zahl dürfte sich aber im überschaubaren Rahmen halten.

x  |  NOEN, Fenz
BFV-Präsident Gerhard Milletich: „Alle wissen bereits, dass etwas nicht Korrektes im Umlauf ist. Somit werden die Klubs auch nicht weiter unnötig verunsichert. Die Kraft dieses Schreibens ist also nicht mehr gegeben.“

Schmunzelnder Nachsatz des Verbandsbosses: „Man sollte trotzdem nicht davon ausgehen, dass ab sofort jede Mitteilung dieser Art nur eine Fälschung ist …“

„Alle rechtlichen Möglichkeiten nützen“

Seitens des Finanzamtes wiederum stellte Raimund Weber, Vorstand des Finanzamts Bruck Eisenstadt Oberwart, gegenüber der BVZ klar: „Bei dem Schreiben handelt es sich um eine komplette Fälschung. Wir werden auch Anzeige erstatten und wollen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“

Ob der oder die Autor(en) ausgeforscht werden können, bleibt freilich fraglich. Für den BFV jedenfalls ist die Causa somit vom Tisch.