Erstellt am 22. Juni 2016, 06:30

von Bernhard Fenz

Burgenlands (Ex-)Teamspieler: Als Fans in Paris live dabei. Andreas Ivanschitz, Philipp Hosiner und Christopher Trimmel verfolgen die EURO in der Zuschauerrolle. Letzterer ist gegen Island trotzdem dabei.

Zeitreise: Im September 2011 waren die Burgenländer Andreas Ivanschitz, Christopher Trimmel und Philipp Hosiner (v.l.) noch gemeinsam beim Nationalteam, aktuell verfolgen sie das Geschehen als Zuschauer. Foto: Daniel Fenz  |  NOEN, Daniel Fenz
Die Show muss weitergehen! Während hierzulande die Europameisterschaft alles in ihren Bann zieht, steppt über dem großen Teich ebenfalls der Bär, und wie. Die USA sind bei der „Copa America Centenario 2016“ – erstmals findet die Copa America außerhalb Südamerikas und mit Teams aus Nord- und Mittelamarika statt – Gastgeber.

In Ivanschitz' Liga wird sogar noch gespielt

Interessantes und in unseren Breitengraden eigentlich undenkbares Detail am Rande: Ganz nebenbei wird auch weiter in der Major League Soccer (MLS) Meisterschaft gespielt. So war etwa der Baumgartener Andreas Ivanschitz (32) mit seinen Seattle Sounders in New York beim 0:2 gegen die dortigen Red Bulls aktiv, danach standen die USA gegen Argentinien im Copa-Halbfinale. Das war auch der Grund, warum Seattle-Stürmer Clint Dempsey fehlte, er war beim US-Team …

In Europa haben im Vergleich dazu die Profiligen der teilnehmenden Klubs klarerweise ihre Auszeit. Die Europameisterschaft geht traditionell vor. Während sich der ehemalige Teamkapitän Ivanschitz (er war 2008 bei der Heim-EURO noch an vorderster Front mit dabei) also voll und ganz auf seinen Job konzentrieren muss, können andere aktive (Ex-)Teamspieler aus dem Burgenland sehr wohl tatsächlich mitfiebern.

Einer davon ist Union Berlin-Legionär Christopher Trimmel, der sich (übrigens wie Ivanschitz) im Vorfeld der EURO auf der Abrufliste wiederfand. Der bisherige Eindruck des Mannersdorfers: „Das erste Spiel ist sehr unglücklich für uns gelaufen. Wenn David Alaba mehr Glück hat, führen wir sofort mit 1:0 – und ich bin überzeugt davon, dass wir dann auch gewonnen hätten.“

Wie auch immer, nach dem 0:0 gegen Portugal und dem 1:1 im Parallelspiel zwischen Island und Ungarn, lebt nun im letzten Spiel gegen Island die Chance, zumindest als einer der vier besten Gruppendritten weiterzukommen. Trimmel: „Ich glaube daran, dass wir es schaffen. Es wird aber eine enge Kiste, denn die Isländer sind für mich keine Überraschung mehr. Sie haben zuletzt endgültig bewiesen, dass sie zurecht bei der Europameisterschaft dabei sind.“

Übrigens: Der 29-Jährige wird sich das Match am heutigen Mittwoch direkt vor Ort im Stade de France ansehen – als Fan. „Ich bin live dabei in Paris und werde die Mannschaft so gut es geht supporten.“

Hosiner schaut das Spiel „im kleinen Kreis“ an

Ebenfalls im erweiterten Kreis des Nationalteams, aber eben derzeit nicht dabei, ist Köln-Legionär Philipp Hosiner. Wo der Profi, der in der abgelaufenen Saison wenig zum Einsatz kam und dessen Leihvertrag nicht verlängert wurde, letztlich landen wird, steht noch nicht fest. Gut möglich aber, dass der kolportierte Deal mit Union Berlin (2. Deutsche Bundesliga) klappen könnte.

Der 27-jährige Eisenstädter zeigte sich jedenfalls „überrascht“, dass es erst zu einem Punkt gereicht hat. „Vor allem, weil wir uns gegen Ungarn mehr erwartet hätten.“

Trotzdem glaubt Hosiner an einen Sieg heute, Mittwoch, gegen die Isländer. „Die Mannschaft hat sich beim Portugal-Spiel gesteigert und ich hoffe, dass sie jetzt nochmal eine Schippe drauflegen kann.“ Verfolgen wird der Stürmer aus dem Burgenland die Partie übrigens in aller Ruhe vor dem Fernsehgerät: „Mit Freunden oder mit meiner Familie – jedenfalls im kleinen Kreis.“