Erstellt am 13. Juni 2011, 00:07

Button gewann Kanada-Grand-Prix vor Vettel. Der englische McLaren-Pilot Jenson Button hat nach einem wahren Husarenritt den nächsten Sieg von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel in letzter Minute vereitelt.

Button gewann am Sonntag den turbulenten Regen-Grand Prix von Kanada in Montreal trotz sechs Stopps und einer Durchfahrtsstrafe noch vor dem Deutschen, der vom Start weg bis kurz vor der Zielflagge geführt hatte.

Das Rennen dauerte nach einer zweistündigen Regen-Unterbrechung mehr als vier Stunden. Erst in der letzten der 70 Runden ging Button nach einem Fahrfehler des unter Druck stehenden Red-Bull-Piloten in Führung und jubelte am Ende über seinen 10. GP-Triumph. Dritter wurde der Australier Mark Webber im zweiten Red Bull.

In der WM führt Vettel, der nun nach dem siebenten WM-Lauf bei fünf Siegen und zwei zweiten Plätzen hält, aber weiter komfortabel mit 60 Punkten Vorsprung auf Button. Webber ist mit 67 Zählern Rückstand weiter WM-Dritter.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll, das war ein unglaublicher Sieg", betonte Button überglücklich nach dem Rennen. "Das waren heute extreme vier Stunden. Zuerst die Kollision mit (meinem Teamkollegen, Anm.) Lewis (Hamilton), dann die Durchfahrtsstrafe wegen Zu-Schnell-Fahrens hinter dem Safety-Car. Ich musste insgesamt acht- oder neunmal durch die Boxengasse fahren, einfach unfassbar, dass ich am Ende noch gewonnen habe."

"Bei mir überwiegt natürlich die Enttäuschung. Ich hatte von Anfang bis zum letzten Teil der letzten Runde alles unter Kontrolle. Am Ende habe ich versucht zu pushen, um den Angriff von Jenson abzuwehren und einen Fehler gemacht. Da haben einen Moment meine Hinterräder blockiert, wodurch Jenson noch durchschlüpfen konnte", meinte Vettel zur entscheidenden Szene des Rennens.

Einmalig war aber nicht nur das Finish des 31-jährigen Weltmeisters von 2009, sondern auch der gesamte Rennverlauf. Aufgrund von Dauerregen musste der GP hinter dem Safety-Car, das an diesem Nachmittag im Dauereinsatz stand, gestartet werden. Als dieses nach der vierten Runde in die Streckengasse einbog, folgte sogleich die erste Kollision: Der bisherige WM-Zweite Hamilton fuhr mit seinem McLaren auf Webber auf. Es sollte nicht die letzte Kollision bleiben. Der Kanada-Grand-Prix 2011 sorgte mit insgesamt 30 Runden hinter dem Safety-Car für einen neuen Rekord in der F1-Geschichte (bisher 25 Runden 2007 in Fuji).