Erstellt am 19. Juni 2015, 20:03

von Bernhard Fenz

Steigt Deutschkreutz doch nicht ab?. Am Montagabend wird im Zuge der BFV-Vorstandssitzung die Auf- und Abstiegsfrage in allen Ligen und Klassen endgültig abgesegnet. Dabei könnte es bei der Zahl der Absteiger aus der BVZ Burgenlandliga zu einer höchst interessanten und unerwarteten Wende kommen...

Hochspannung in der BFV-Zentrale: Am Montagabend könnte der eigentliche Absteiger FC Deutschkreutz doch noch den Klassenerhalt in der BVZ Burgenlandliga geschafft haben...  |  NOEN, Bernhard Fenz
Nutznießer wäre der FC Deutschkreutz – der dann doch den Klassenerhalt schaffen würde.
 
Zur Vorgeschichte: Aufgrund der Tatsache, dass mit Neuberg, Stegersbach sowie den SVM Amateuren drei Teams aus der Ostliga in die mit derzeit 15 Klubs bestückte BVZ Burgenlandliga absteigen, waren bei den vom Verband ausgegebenen Auf- und Abstiegsbestimmungen an sich vier Absteiger eingeplant – um in der kommenden Saison mit 16 Klubs spielen zu können.

Drei Ostliga-Absteiger und drei Aufsteiger aus den 2. Ligen minus einem Meister macht also vier Kellerteams. St. Georgen, Marz, Forchtenstein und eben auch der Viertletzte – Deutschkreutz. So weit, so klar.

Wenn eine „Kann“-Bestimmung ein Muss wird …

Wie sich herauszustellen scheint, könnte nun aber eine andere Interpretation der Durchführungs-Bestimmungen diese vorgegebene Linie kippen.

Unter Paragraph 5 (Klassenstärke, Auf- und Abstiegsregelungen), Absatz 1a, steht nämlich: „Der Burgenlandliga gehören 16 Vereine an. Durch den Abstieg aus der Regionalliga Ost kann die Burgenlandliga dann bis auf 18 Vereine erhöht werden, wenn sich nach den geltenden Abstiegsbestimmungen mehr als 3 Absteiger aus ihr ergeben würden. Sollte sich durch die derzeitigen Auf- und Abstiegsbestimmungen eine höhere Zahl als 18 ergeben, haben aus der Burgenlandliga in diesem Fall soviele Vereine abzusteigen, dass die Zahl 18 nicht überschritten wird (also mehr als 3 Vereine). In den Folgejahren müssen aus der Burgenlandliga solange vier Vereine absteigen, bis die Grundzahl 16 wieder erreicht ist.“ 



Der Fehler liegt hier scheinbar im Detail. Seitens des BFV dürfte – um auf die Grundzahl 16 ab der kommenden Saison zu kommen – die „Kann-Bestimmung“ einer Liga-Erhöhung in dem Fall gar nicht in Betracht gezogen worden sein.

Da weiter unten aber im Falle des Falles eine „Muss-Bestimmung“ in der übernächsten Saison mit vier Absteigern ins Spiel kommt, ist in der aktuellen Situation wohl im Sinne der Klubs zu handeln.

Heißt: Die BVZ Burgenlandliga könnte womöglich (auf 17 Klubs?) aufgestockt werden, um nicht mehr als drei Vereine absteigen lassen zu müssen. Erst in der Saison 2016/2017 würde der Abstieg dann zwingend so ausgelegt, dass die Grundzahl 16 erreicht wird.

Montagabend Entscheidung, die bis zur 1. Klasse Mitte reicht

Seitens des BFV klärte Präsident Gerhard Milletich auf BVZ-Anfrage auf: „Ich bin kein Freund von Mutmaßungen. Fakt ist aber, dass die Formulierung nicht so eindeutig ist und wir deshalb auch die Interpretationsmöglichkeiten prüfen lassen.“

Sollte sich im Zuge dieser Prüfung herausstellen, dass in der abgelaufenen Saison tatsächlich nicht mehr als drei Teams absteigen dürften, dann werde das am Montagabend bei der Vorstandssitzung auch so beschlossen.

„Wenn Deutschkreutz Recht bekommt, dann werden sie natürlich oben bleiben. Ich will aber keiner Entscheidung vorgreifen“, so der BFV-Boss.

Zur Veranschaulichung   die derzeitige Tabelle der BVZ Burgenlandliga (Quelle: www.bfv.at):  

BVZ Burgenlandliga

  Team Sp. S U N Tore +/- Pkt.
1
 
  Oberwart 28 18 5 5 51:22 29 59
2
 
  Parndorf Ib 28 16 4 8 61:33 28 52
...     ...       ...      
10
 
  Sankt Margarethen 28 9 12 7 41:44 -3 39
11
 
  Pinkafeld 28 10 5 13 44:34 10 35
12
 
  Deutschkreutz 28 9 7 12 35:52 -17 34
13
 
  Forchtenstein 28 8 5 15 41:58 -17 29
14
 
  Marz 28 5 7 16 37:72 -35 22
15
 
  St. Georgen 28 3 1 24 22:79 -57 10

Am Montagabend folgt also die mit Spannung erwartete Vorstandssitzung, in deren Zuge alles geregelt werden soll. Übrigens: Ein Klassenerhalt von Deutschkreutz hätte auch zur Folge, dass es aus der 1. Klasse Mitte neben Meister Loipersbach nun doch auch einen zweiten Aufsteiger geben würde.

Zur Erinnerung: Nur im Falle von drei (Mitte-)Absteigern aus der BVZ Burgenlandliga in die 2. Liga Mitte wäre der zweite Aufstiegsplatz in die 2. Liga Mitte gestrichen worden. Marz und Forchtenstein sind fix in der 2. Liga, die Causa Deutschkreutz entscheidet nun auch weiter unten über Aufstieg oder Nichtaufstieg.

Kaisersdorf ist Zweiter, der Vizemeister würde also zu verspäteten 2. Liga-Freuden kommen, sollte sich die „Kreutzer“ (Nichtabstiegs?-)Lage nun doch bewahrheiten.

Die BVZ wird Sie über die endgültigen Entscheidungen rund um den Auf- und Abstieg am Mittwoch in Ihrer Printausgabe informieren!


Aufstiegsfrage aus 2.  Liga Mitte mittlerweile geklärt: SC Neudörfl

Während in der Abstiegsfrage also weiterhin Hochspannung herrscht, wurde bei einem anderen Thema bereits Klarheit geschaffen: Der SC Neudörfl, Zweiter der 2. Liga Mitte, wird den Gang in die BVZ Burgenlandliga antreten.

Meister Sigleß kann bekanntlich aufgrund der von den Bestimmungen geforderten Platzbreite nicht aufsteigen, da der Sportplatz nicht über die nötigen Maße verfügt und es mittlerweile in diesem Fall auch keine Ausnahmegenehmigungen mehr gibt.

Abgesehen davon verzichtete man seitens des SV Sigleß nun ohnehin auf den Kampf um den Gang in die BVZ Burgenlandliga, in der kommenden Saison geht der Klub also wieder in der 2. Liga Mitte auf Punktejagd.