Baumgarten

Erstellt am 21. Juli 2016, 08:23

von Bernhard Fenz

Lukas Rotpuller: „Hier geht uns nichts ab“. Der Profi aus Baumgarten spricht über die Arbeit im VIVA Steinbrunn, über die neue Saison, über seine Rolle bei der Austria und über Burgenländer in Berlin.

Bereit für die neue Saison: Lukas Rotpuller will in der Innenverteidigung der Austria erneut seinen Mann stehen.    |  Gepa

BVZ: Die Fußballmeisterschaft startet traditionell mitten in der Haupturlaubszeit. Sie haben wie alle anderen Profis stattdessen gerade die harte Vorbereitung absolviert. Wie haben Sie sich davor in der Pause erholt?

Lukas Rotpuller: Ich war acht Tage in der Türkei und dann auf Besuch in Bukarest, weil ich dort jemanden kenne – das war mal etwas ganz Anderes.

Am Donnerstag steigt in der Europa League-Quali nach dem 1:0 das Rückspiel in Albanien gegen Kukesi. Sonntag folgt der Bundesliga-Auftakt bei Aufsteiger St. Pölten. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die neue Saison?

Rotpuller: Ich bin zuversichtlich. Es muss sich aber immer wieder alles entwickeln. Was war, ist vorbei, jetzt kommen neue Aufgaben. Wir wollen uns immer neu beweisen, werden aber von den Zielen her am Boden bleiben. Das ist das Wichtigste.

Aufgrund des Stadion-Umbaus in Wien-Favoriten spielt die Austria nun bis 2018 im Happel-Stadion. Wie schwer wird die Umstellung?

Rotpuller: Das Happel-Stadion ist eine gute Alternative, auch wenn sich die Zuschauer verlieren werden. Man muss aber vor allem sehen, was in Favoriten für die Fans und für das Umfeld gemacht wird und entsteht.

Trainiert wird im VIVA-Landessportzentrum Steinbrunn. Wie ist der Eindruck?

Rotpuller: Jeder hat sich gut angepasst. Wir haben hier alles auf einem Fleck, die Plätze sind wirklich top und wir können diese Zeit somit gut überbrücken. Das ist kein Problem. Es geht uns nichts ab.

Sind Sie als Baumgartener durch das Training im VIVA selbst auch öfter im Burgenland?

Rotpuller: Ja, schon. Ich bin aber so oder so oft genug daheim in Baumgarten, weil ich ab und zu einfach auch gerne meine Ruhe habe. Das tut mir gut.

Ein lokaler Schauplatz fällt seit zwei Jahren weg. Der ASK Baumgarten, wo Sie auch im Nachwuchs waren, hat 2014 den Spielbetrieb eingestellt.

Rotpuller: Das ist natürlich sehr schade, der Sportplatz war immer ein Treffpunkt im Ort. Leider gibt es den Klub nicht mehr, man sieht ja mittlerweile auch, dass immer mehr Vereine in dieser Hinsicht Probleme bekommen.

Ihr Vertrag bei der Austria läuft bis Juni 2017. Welche sportlichen Zukunftspläne verfolgen Sie?

Rotpuller: Ich versuche, immer im Moment zu leben und beschäftige mich nicht zu sehr mit anderen Dingen. Vieles kann sich rasch drehen, das Geschäft ist schnelllebig. Ich habe hier schon sowohl schöne, als auch schwere Zeiten erlebt. Deshalb weiß ich auch, dass man immer kühlen Kopf bewahren muss.

Wiedersehen: Bereits in der zweiten Runde trifft der Burgenländer Lukas Rotpuller (r.) mit der Austria auf Mattersburg (im Bild Alex Ibser).
 
 |  BVZ, Foto: Martin Ivansich

Sie sind in der Innenverteidigung gesetzt. Wie sehen Sie generell Ihre Rolle bei der Austria?

Rotpuller: Ich bin sicher schon erfahren und kenne den Klub. Am Platz versuche ich, meines einzubringen und Dinge in die positive Richtung zu lenken. Ich bin keiner, der jemanden klein macht und versuche, wenn es geht, zu helfen. Eine gute Stimmung reinbringen – das bin ich.

Am Sonntag geht es zum Bundesliga-Auftakt nach St. Pölten. Wie unangenehm ist dieses Los?

Rotpuller: Man kann sich die Gegner ohnehin nicht aussuchen. Aber was gibt es Schöneres, als dort vor einem vollen Haus zu spielen? Dass die uns ein Haxl stellen wollen, ist klar. Das sind wir gewohnt, damit können wir umgehen.

In Runde zwei geht es gegen den SVM zur Sache, dann steht das traditionsreiche Wiener Derby am Programm. Wie groß ist die Rivalität zu Rapid unabhängig der sportlichen Konkurrenz?

Rotpuller: Grün und violett sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Fertig. Das trenne ich und dazu stehe ich.

Mit Philipp Hosiner (Anm.: Er ist mit Rotpullers Schwester Julia liiert) und Christopher Trimmel spielen zwei Burgenländer bei Union Berlin. Vor einiger Zeit waren Sie noch Gegner mit Austria und Rapid.

Rotpuller: Burgenländer halten schon zusammen, auch wenn sie früher vielleicht Feinde am Platz waren. Da kann man dann schon mal ein Auge zudrücken und sich bei einem anderen Klub auch verstehen.

Sie waren mit Ihren offenen Haaren in der letzten Saison durchaus auffallend. Mittlerweile sieht man Sie am Platz vorwiegend mit Zopf.

Rotpuller: Beim Training in Steinbrunn ist es oft windig, da fallen die Haare ins Gesicht. Vielleicht wird das ja die Frisur der neuen Saison. Schauen wir mal. Solange ich mich im Spiegel sehe und sage, das taugt mir, bin ich zufrieden.

Zur Person

  • Lukas Rotpuller (geboren am 31. März 1991) ist 25 Jahre alt und stammt aus Baumgarten
  • Der Defensivspieler war bereits in frühen Jahren bei der Wiener Austria, wo er im Nachwuchs und danach bei den Amateuren spielte. Nach einem knappen Jahr in Ried kehrte er zur Austria zurück, wo er seitdem bei den Profis unter Vertrag steht.