Erstellt am 08. Juni 2011, 10:25

Constantini dachte bei 3:1 gegen Letten an Magath. Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini hat am Dienstag im Testspiel in Graz gegen Lettland für wenige Minuten in den Abgrund geblickt.

Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini hat am Dienstag im Testspiel in Graz gegen Lettland für wenige Minuten in den Abgrund geblickt. Beim Stand von 1:0 für die Gäste drohte die Einstellung des Negativrekords von sechs Niederlagen in Folge, der Verlust der gegen Deutschland gewonnenen Sympathiepunkte und neues Ungemach für die berufliche Zukunft des Tirolers.

Da die ÖFB-Auswahl den Rückstand noch in einen 3:1-Sieg verwandelte, darf sich der 56-Jährige aber auf eine ruhige Sommerpause gefasst machen, ehe es im August gegen die Slowakei und im September in der EM-Qualifikation gegen Deutschland und die Türkei wieder ernst wird.

Ab dem Tor der Letten in der 49. Minute hatte Constantini noch großes Unbehagen verspürt, ehe dem Debütanten Christopher Dibon in der 75. Minute der Ausgleich gelang. "Für einen Trainer ist es immer unangenehm, wenn man Favorit ist, besser ist und trotzdem hinten ist. Ich habe kurz an Felix Magath gedacht, der fast abgestiegen ist und das Spiel noch gedreht hat", erzählte Constantini. Magath lag mit Wolfsburg in der letzten Runde der deutschen Bundesliga in Hoffenheim 0:1 zurück, schaffte dank eines 3:1 aber noch den Klassenerhalt.

Von einer persönlichen Genugtuung wollte der Nationaltrainer nichts wissen. "Es ist für mich einfach nur schön, mit jungen Spielern zu arbeiten und zu sehen, dass sie Freude haben. Negatives gehört auch dazu, und das muss man in Kauf nehmen."

Sonderlob verteilte Constantini unter anderem an Goalie Christian Gratzei, der zwei Großchancen der Letten vereitelte, Christian Fuchs, Zlatko Junuzovic, Stefan Kulovits ("Er ist für uns eine Bereicherung") und natürlich an Dibon. "Vom Spielerischen her" sei der Anschluss an den starken Auftritt gegen Deutschland gelungen, vermutete der Teamchef, hatte aber auch einiges auszusetzen.