Erstellt am 03. September 2011, 11:56

Constantini unbeirrt: "Werde Vertrag erfüllen". Nach dem 2:6 in der EM-Qualifikation gegen Deutschland sitzt der schon zuvor angezählt gewesene österreichische Fußball-Teamchef Dietmar Constantini nicht gerade fester im Sattel.

Dennoch ließ der Tiroler kurz nach der siebenten Niederlage in den vergangenen acht Spielen keine Rücktrittsgedanken erkennen. "Ich habe einen Vertrag bis zum 31. Dezember, und den werde ich erfüllen", so der 56-Jährige.

Allerdings ist sich Constantini auch seiner ungemütlichen Position bewusst. "Wenn ein Trainer nicht gewinnt, wird er entlassen." In den 22 Spielen in seiner Amtszeit brachte es die ÖFB-Auswahl bei 13 Niederlagen und 2 Remis gerade einmal auf 7 Siege, das Torverhältnis steht bei 30:42.

"Meine Bilanz ist nicht unbedingt gut", gab Constantini zu. Immerhin traut er der aktuellen Truppe zu, in näherer Zukunft bedeutend erfolgreicher abzuschneiden. "Ich glaube, dass diese Mannschaft Zukunft hat, auch wenn es gegen Deutschland nicht so ausgesehen hat. Wenn man sie zusammenlässt, wird etwas weitergehen."

Gegen Deutschland war von der in der Mannschaft schlummernden Qualität jedoch nicht viel zu merken. "Jeder hat in diesem Match den Riesen-Unterschied gesehen", sagte Constantini. Als Hauptgrund für die derbe Abfuhr nannte der Nationaltrainer die schlechte Raumaufteilung im Zentrum. "Wir haben am gegnerischen Sechzehner attackiert, und gleichzeitig ist die Abwehr weit hinten gestanden. Dadurch hatten wir Löcher und die zentralen deutschen Spieler nicht im Griff."

Der ÖFB-Plan war laut Constantini, rund zehn Meter in der gegnerischen Hälfte mit Pressing zu beginnen und danach bei Balleroberung schnelle Gegenstöße zu starten - allerdings hielten sich nicht alle Kicker an dieses Vorhaben, es entstand keine enge Blockbildung, wodurch sich wiederum den Deutschen große Räume boten. "Wir sind zu weit auseinander gestanden, da rennst du nur hinterher", kritisierte der Coach.

Interventionen von der Seitenlinie hätten nicht den gewünschten Erfolg gebracht. "Da schreist du von draußen rein und es bringt doch nichts", meinte Constantini, wollte aber einzelne Akteure nicht an den Pranger stellen. "Ein Spiel hängt immer von Menschen ab, und die machen Fehler."