Erstellt am 28. Januar 2012, 15:38

Cuche gewann Garmisch-Abfahrt - Reichelt Dritter. Der Schweizer Didier Cuche hat am Samstag seinen 20. Sieg im alpinen Ski-Weltcup gefeiert. Der 37-jährige Vizeweltmeister setzte sich in der Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen vor Weltmeister Erik Guay aus Kanada (plus 0,27 Sek.) sowie dem Salzburger Hannes Reichelt (0,30) durch.

Auch dieses Rennen fand aufgrund von Nebel im Tröglhang auf stark verkürzter Strecke statt.

"Für mich war die Verkürzung ein Nachteil", analysierte Reichelt, "weil im Training bin ich die oberen Passagen immer sehr gut gefahren." Auch meinte der 31-jährige Salzburger, dass ihm noch die Routine in der Abfahrt fehle: "Es ist ja meine erste richtige Saison. Durch die Verkürzung kommt man zu Passagen langsamer hin, da reagiere ich dann nicht richtig." Auch bekannte er, dass er die Zielkurve verbockt habe, der Sieg deshalb außer Reichweite war. Über die drei Hundertstel, die ihm auf Platz zwei fehlten, wollte er nicht spekulieren, denn auch Guay hatte zwei schwere Fehler.

Reichelt war daher mit Platz drei in Bayern zufrieden. Es war sein dritter Podestplatz in der sechsten Saison-Abfahrt nach Platz drei in Lake Louise und zwei in Wengen. Die höchste Stufe auf dem Siegespodest in den ausstehenden vier Saisonabfahrten ist nun das nächste Ziel für Reichelt: "Das ist nur eine Frage der Zeit, ich bin ja immer konstant vorne dabei." Das kann er bereits am Sonntag im Super-G in Garmisch-Partenkirchen beweisen, wo er im Vorjahr WM-Silber geholt hat.

Klaus Kröll belegte als zweitbester Österreicher Rang acht und wunderte sich im Zielraum. "Ich habe keinen Fehler gemacht, habe mich sehr gut und auch schnell gefühlt. Normalerweise ist man mit solch einer Fahrt weiter vorne", meinte der Steirer Kröll und fügte selbstkritisch hinzu: "Vielleicht bin ich zu viel Linie und zu wenig Kampflinie gefahren."

Der Tiroler Romed Baumann kam dnicht über Rang 20 hinaus und fiel damit aus der Top-Sieben-Gruppe im Abfahrtsweltcup. "Schade, es war nicht mein Rennen, auf die Startnummer auszureden, wäre jedoch feige", gab Baumann zu Protokoll.

Bei der anschließenden Sieger-Pressekonferenz verteidigte Didier Cuche seine harte Kritik an den Pistenbedingungen im ersten Training, als aus Versehen in der Nacht zuvor die Schneekanonen gelaufen waren. "Das ist zehnmal gefährlicher gewesen als unsere Skier, die ja für die nächste Saison aus Sicherheitsüberlegungen umgestellt werden", betonte der 37-jährige Schweizer, der auch ganz klar sagte, dass er sich noch einmal die Abfahrtskristallkugel holen wolle.