Erstellt am 06. April 2011, 00:00

„Da müsste ich schon einen Übertag haben“. ERSTE LIGA / Mattersburg-Legende Didi Kühbauer ist 40. Kicken war einmal, nun fühlt er sich als Admira-Coach gut.

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VON BERNHARD FENZ

Es gibt Ausnahmefußballer, die mit 40 noch aktiv sind. Didi Kühbauer war einer und feierte am Montag seinen 40. Geburtstag, den er übrigens mittelemotional betrachtete: „Sagen wir so: Wirklich wichtig ist mir dieser Tag nicht, komplett egal aber auch nicht.“

Aktiv ist er schon länger nicht mehr. Mit 37 war Schluss – halbwegs schmerzfrei in der Früh aufzustehen und der Fußball-Öffentlichkeit als exzellenter Kicker in Erinnerung zu bleiben, hat doch seine Vorteile. Der (Traum-)Knochenjob in der Dress war einmal, jetzt drückt sich die Liebe zum Fußball auf der Bank aus. „Küh“ ist drauf und dran, als Trainer die Admira in die Tipp3 Bundesliga zu führen.

Dieses Vorhaben erhielt am Freitag beim 1:3 gegen die Vienna aber einen leichten Dämpfer. Trotzdem blieb das Resümee des Burgenländers nüchtern: „Natürlich war das Spiel ärgerlich, wir haben es der Vienna teilweise leicht gemacht. Aber es ist, wie es ist. Ändern können wir nichts mehr daran.“

Der pragmatische Zugang zum Ausgang der Runde fällt wohl auch deshalb leicht(er), weil Verfolger Altach (0:1 in St. Pölten) ebenfalls unterlag und weiter sieben Punkte Rückstand auf die Admira aufweist. Außerdem ist Kühbauers Vertrauen in die Mannschaft groß. Es gibt keinen Grund, nervös zu werden.

Admira-Spielverderber  namens Philipp Hosiner

Ergo wird sich der Altmeister ob der punktuellen Nullnummer keine großen Änderungen einfallen lassen müssen – oder am Ende gar selbst einlaufen. Abwegig ist der Gedanke ohnehin, weil der 40-Jährige im Juni 2008 unwiderruflich „Danke und Tschüss“ gesagt hatte. Kühbauer lässt sich trotzdem auf ein entspannt schmunzelndes Konjunktiv-Spielchen ein, ob Mitspielen auf dem Niveau denn eigentlich noch Sinn machen würde: „Da müsste ich schon einen Übertag haben – und den hab’ ich nicht. Ich fühle mich zwar gut, aber es ist eben nicht mehr wie noch vor fünf Jahren.“

Also macht er das, was er jetzt am besten kann: Mit der Mannschaft arbeiten und den Titelkandidaten auf den nächsten Gegner (Freitag in Grödig) vorbereiten.

Längst ist das 1:3 gegen die Vienna abgehakt. Da machte einmal mehr ein Burgenländer auf sich aufmerksam: Philipp Hosiner. Der Eisenstädter (er landete über den 1860-Nachwuchs und Sandhausen auf der Hohen Warte) traf im Doppelpack und hält den Wiener Traditionsklub somit im Rennen gegen den Abstieg am Leben. „Wir haben auf Konter gewartet und diese dann auch in Tore umgemünzt. In Hinblick auf den Klassenerhalt waren es drei wichtige Punkte. Wenn man auswärts gegen den Tabellenführer gewinnt, bringt das natürlich auch zusätzliches Selbstvertrauen.“

Mittlerweile hält der 21-Jährige bei elf Saisontoren. Gut möglich, dass im Sommer der Ruf eines Bundesligisten folgt.

Auch Admira-Trainer Didi Kühbauer stellt Philipp Hosiner ein gutes Zeugnis aus: „Er ist ein guter, bemühter Spieler.“ Ob er sich den Stürmer gar als Verstärkung in den Admira-Reihen vorstellen könne? „Das spielt sich immer auf einer anderen Ebene ab. Ich hätte aber grundsätzlich kein Problem damit, schließlich möchte ich immer mit willigen Spielern arbeiten.“

Der Eisenstädter Philipp Hosiner (l.) traf bei der Admira zweimal.MÖHSNER