Erstellt am 06. Juni 2012, 00:00

„Da sind auch Fanatiker dabei“. UMFRAGE / Sind unsere Spitzensportler im EM-Fieber? Vom eigenen Tippspiel bis zum Links-Liegen-Lassen ist alles drin.

2008 jubelten die Spanier mit Fernando Torres (r.) in Wien über den Titel. 2012 wollen sie in Polen und der Ukraine feiern. GEPA  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Ab Freitag und bis einschließlich 1. Juli wird die EURO 2012 endgültig Europas Sportschlagzeilen beherrschen.

Und was ist mit dem Rest? Wie nehmen Athleten die EURO wahr, die mit Sport viel, aber mit Fußball fast nichts am Hut haben? Springt auch bei ihnen der Funke über? Die BVZ hörte sich bei Burgenlands Spitzensportlern um.

Von England über Hawaii  bis zu den Kanaren

Auf den Neusiedler Segler Andreas Geritzer etwa wartet mit den Olympischen Spielen in London im Sommer ein weitaus größeres Event, als es die EURO sein wird. Derzeit weilt der 34-Jährige im Olympia-Revier vor Weymouth. Trotzdem interessiert sich Geritzer für die EURO: „Sicher“, so die prompte Antwort aus England. „Im Team ist das schon ein Thema, außerdem gibt es bei uns ein eigenes Tippspiel.“ Geritzers Prognose: „Spanien ist Favorit. Ich würde es trotzdem den Deutschen vergönnen, die spielen sehr attraktiv.“

Julia Dujmovits bereitet sich aktuell auf Hawaii vor. Dementsprechend weit weg ist auch die EURO für die Snowboarderin. „Ich konzentriere mich derzeit auf mein eigenes Training, keine Zeit für die EM …“ Das Finale werde sie sich aber nicht entgehen lassen und live im TV verfolgen, wie sie per E-Mail wissen ließ.

Für den Weidener Freestyle-Surfer Max Matissek ergibt sich während der EURO wiederum die Chance, auf den Kanarischen Inseln länderübergreifend mitzufiebern – auch wenn er, wie er zugibt, kein ausgewiesener Fußballfan ist: „Ich bin dort, um zu trainieren und um einen Contest zu fahren. Abends nach den Surfsessions werde ich mir aber fix ein paar Spiele ansehen. Das wird sicher lustig werden, denn mehrere meiner Windsurfbuddies sind Deutsche, Engländer und Spanier – da sind auch Fanatiker dabei.“

Von Trimmel über Pallitsch  bis zu Basketball und Golf

Kickbox-Weltmeisterin Nicki Trimmel aus Oslip hatte nach ihrem spontanen Wechsel ins Boxlager und der WM in China noch keinen Kopf für die EURO. Das wird auch so bleiben. „Zuletzt hab ich etwas über die Europameisterschaft gesehen und gedacht: Was, die ist auch schon …?“

Ähnlich denkt Behindertensportler Georg Tischler. Das Golser Kugelstoß-Ass fliegt am 22. Juni selbst zu seiner Europameisterschaft nach Holland: „Die EURO in Österreich hat mich mehr interessiert. Aber das Finale werde ich mir vielleicht ansehen.“ Ein wenig früher steigt der Oggauer Spitzenläufer Raphael Pallitsch ein. „Ab dem Halbfinale“ besteht Begeisterungs-Potenzial.

Schließlich ist als EURO-Konsument auch der Zeitfaktor gefragt. Burgenlands Sportler des Jahres 2011, der Oberwarter Golfprofi Bernd Wiesberger, schlägt ab heute auf der European Tour in Schweden beim Nordea Masters ab. Er sagt: „Ich bin nicht der, der stundenlang vor dem Fernseher Fußball schaut. Die Ergebnisse werde ich verfolgen, Halbfinale oder Finale werde ich aber schon sehen.“

Und die Basketballer? Deren Begeisterungsgrad pendelt, etwa jener von Oberwart Gunner Hannes Ochsenhofer: „Ich bin zwar kein Fußballanhänger, werde mir aber die Spiele schon anschauen.“ Kollege Jason Johnson hat dafür einen konkreten Tipp parat: „Ich glaube, dass die Niederlande den Titel holen. Mein zweiter heißer Tipp ist Deutschland.“