Erstellt am 20. Februar 2013, 00:00

Da wächst schon etwas. Tipp3 Bundesliga / Mattersburg hat beim 0:0 gegen Sturm einen Schritt vorwärts geschafft – auf einem Rasen, der trotz fehlender Heizung gut bespielbar war und sogar gemäht wurde.

Alles im Griff: Mattersburg-Platzwart Peter Horvath in der Halbzeit gegen Sturm beim Ausbessern der Kicker-Spuren. Trotz der fehlenden Rasenheizung schaffen es die Burgenländer immer wieder, die winterlichen Bedingungen vergessen zu machen und ein vernünftiges Spielfeld aufzubereiten.Mathias Schranz  |  NOEN
Von Bernhard Fenz

Die winterliche Permanent-Diskussion rund um fehlende Rasenheizungen in den Bundesliga-Stadien – Stichwort Sicherheit für die Austragung und die Möglichkeit einer vernünftigen Spielweise auch im Winter – geht am SVM praktisch vorüber.

Die Burgenländer haben in ihrer 13-jährigen Bundesliga-Geschichte noch kein Spiel absagen müssen. Auch am Samstag präsentierte sich der Platz im Pappelstadion in einem ausgezeichneten Zustand.

Klar wäre es auch für die Burgenländer in der kalten Zeit einfacher, wäre das Feld von unten gewärmt. Trotzdem ist es erstaunlich, wie gut sich die Spielwiese präsentierte. Dahinter verbirgt sich fast schon eine kleine Wissenschaft.

Eine speziell mit Vlies eingearbeitete Folie, die den Platz nicht als Ganzes, sondern in mehrere Bereiche aufgeteilt abdeckt, ist die Basis. Permanentes Räumen im Fall von Schnee, rechtzeitiges Lüften und Behandeln des zarten Grüns runden die gar nicht so einfache Sache ab. Präsident Martin Pucher: „Wir haben uns dieses praktische Wissen in all den Jahren angeeignet und mussten Erfahrungen sammeln.“ Mittlerweile sind die Burgenländer Profis auf dem Gebiet der heizungsfreien Platzwartung. Probleme aus der Vergangenheit wie aufgeschlitzte Folienteile oder eine Schneedecke, die antaute, dann wieder fror und so fast zu einer unüberwindbar festen Schicht mutierte, sind längst gelöst. „Nicht ein Quadratzentimeter ist gefroren“, stellte der SVM-Boss beim Spiel gegen Sturm Graz zufrieden fest. Mehr noch: Das Gras wuchs zuletzt sogar ein wenig. Also ließ Pucher am Matchtag mähen. Nachsatz: „Hätten wir aufgrund von Schnee noch etwas zu tun gehabt, wäre es nicht nötig gewesen. So aber konnten wir auch das erledigen.“

Rein sportlich machten die Profis dann beim 0:0 gegen Sturm für die erste Partie im Frühjahr speziell in der ersten Halbzeit einen guten Job. Trainer Franz Lederer: „Da haben wir klar gezeigt, wer der Chef am Platz ist.“ Lediglich bei gefährlichen Torgelegenheiten war die Ausbeute überschaubar. „Wir sind in den torgefährlichen Raum vielleicht nicht mit der Vehemenz gegangen, wie das bei der Arbeit gegen den Ball der Fall war.“

Auswärtsdoppel: Erst Innsbruck, dann WAC 

Am Samstag wartet die nächste Aufgabe in Innsbruck. Lederers Erwartung über das Match bei den Tirolern: „Die sind massivst unter Druck. Wir müssen entsprechend auftreten. Nur mit Reagieren werden wir nicht gewinnen.“ Alex Pöllhuber hat seine Sperre abgesessen, dafür muss Alois Höller aufgrund der fünften Gelben passen.

Kommenden Dienstag steigt dann bereits das nächste Auswärtsspiel – in Wolfsberg, wenn es die Platzverhältnisse zulassen. Beim rasenheizungslosen WAC herrscht schließlich noch keine Sicherheit, dass die Spiele trotz Schnee und Eis auch durchgeführt werden können.