Erstellt am 05. Februar 2013, 14:58

Darabos über Fußball-Wettskandal schockiert. Milliardenumsätze, Millionen an Bestechungsgelder, über 380 manipulierte Spiele in Europa und 420 verdächtige Funktionäre oder Spieler - dem europäischen Fußball droht der größte Wettskandal der Geschichte.

Auch Österreich soll davon betroffen sein, gab die europäische Polizeibehörde Europol am Montag bekannt. "Ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fußball-Fan", sagte Sportminister Norbert Darabos.

Um das Problem einzudämmen, schlägt Darabos ein Paket aus internationaler Vernetzung, Monitoring und Aufklärung vor. Darabos will sich auch auf europäischer Ebene für eine bessere Vernetzung einsetzen, in Österreich hat sich das Ministerium im Vorjahr der Sache angenommen. Zusammen mit dem Fußball-Verband (ÖFB), der Bundesliga und Sponsor tipp3 wurde ein "Verein zur Wahrung der Integrität des österreichischen Sports" initiiert.

"Es geht hier um Monitoring der Sportwetten und Aufklärungsarbeit bei Vereinen und Spielern", erklärte der Sportminister. "Da die Wettmafia international operiert, bin ich für ein stärkeres Monitoring bei Wetten auf europäischer Ebene und auch für die Schaffung einer Internationalen Agentur zur Überprüfung von Wetten".An der Spitze des seit Juni 2012 agierenden Vereins steht der ehemalige Rapid-Präsident Günter Kaltenbrunner, der überzeugt ist: "Eine hundertprozentige Lösung gibt es nie. Aber man muss etwas tun, das ist eine große Bedrohung für den Sport."

Friedrich Stickler warnt seit Jahren vor Ausmaß und Auswirkungen des Betrugs mit Sportwetten. Der Vorstandsdirektor der österreichischen Lotterien und Präsident der Europäischen Lotterien sieht den Kampf gegen Wettbetrug und die organisierte Kriminalität, die sich des Sports bedient, als globale Herausforderung. "Wenn man jetzt nicht beginnt, zusammenzuarbeiten, dann ist der Sport in Gefahr", erklärte Stickler im Gespräch mit der APA.

Auch am Rande der aktuellen Vollversammlung der Europäischen Club-Vereinigung (ECA) in Katar schlug das Thema "hohe Wellen". "Wir müssen alle daran arbeiten, dass die Dinge, die von Europol behauptet wurden, lückenlos aufgeklärt werden. Sonst würde das Spiel in große Gefahr gebracht", sagte der ECA-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.