Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

„Das alles frustriert“. KEINE LUST MEHR / Burgenlands Schiriboss Günter Benkö überlegt den Rückzug. Macht er Ernst, gibt es ein Problem.

BFV-Boss Karl Kaplan (l.) wird im März 2012 abtreten, Schiriboss Günter Benkö soll, so Kaplans Wille, bleiben.FRANZ BALDAUF  |  NOEN
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VON BERNHARD FENZ

Im März 2000, noch bevor der damals noch aktive internationale Referee aus Rauchwart das legendäre Halbfinale bei der EURO zwischen Frankreich und Portugal leitete, wurde Günter Benkö zum neuen Obmann des Burgenländischen Schiedstrichterkollegiums gewählt.

Elfeinhalb Jahre später ist der mittlerweile 56-jährige Südburgenländer nicht mehr so sicher, ob er im März 2012 in seine vierte Amtsperiode gehen wird. Es ist, wie der Experte, sagt, „das Paket, das frustriert“. Da wäre zum einen die laufende Kritik aufgrund der Schiedsrichterleistungen: „Du musst dir jeden Dreck anhören und immer versuchen, das Beste rauszuholen.“ Der akute Mangel an Unparteiischen ist die zweite wesentliche Komponente: „Ich muss um jeden einzelnen Schiri kämpfen wie ein Löwe, aber die Zahl an Referees frustriert. 55 Prozent der Vereine stellen keinen Schiri, sondern zahlen nur einen Obolus. Wir sind unterbesetzt, jetzt kommt dann wieder die Grippewelle, alles könnte zum Chaos ausarten, und: Niemand wird munter. Ich fühle mich ausgebrannt und von gewissen Leuten im Stich gelassen.“ Positiv hob der Schiriboss seine Kollegen im Ausschuss hervor: „Da ist jeder irrsinnig bemüht.“

Benkös dritte Sorge ist der Faktor Zeit: „Ich bin neben meinem Job in der Landesregierung auch noch Bundesliga-Besetzer, Mitglied der ÖFB-Schirikommission und internationaler Beobachter – das heißt auch eine Sitzung dort, eine Sitzung da, und man wird ja nicht jünger.“

Möglicher Nachfolger: Die  Frage stellt sich gar nicht

Nun gut. Wer nicht will, der soll eben gehen. Ganz so einfach ist die Sache aber nicht. Denn Günter Benkö würde wohl nur dann gehen, wenn es einen geeigneten Nachfolger gäbe. „Ich habe derzeit keinen Vorschlag oder einen möglichen Kandidaten. Wäre einer dabei, hätte ich schon die nötigen Gespräche geführt.“

Seitens des Ausschusses sind die Kollegen jedenfalls guter Dinge, dass Benkö bleiben wird. Besetzungsreferent Stefan Berlakovich: „Er hat uns über den Ist-Stand informiert. Ich denke aber, dass er es sich noch überlegt. Wichtig wäre es – wir haben das Kollegium unter seiner Führung gut aufgebaut.“ Und Talentekader-Chef Edi Freun-thaller ergänzt: „Er hatte eine Phase, mittlerweile glaube ich aber, dass es normal weitergehen wird.“

Ein Wunsch, den BFV-Präsident Karl Kaplan („Ich hoffe nicht, dass er es ernst meint“) teilt. Meint es Benkö doch ernst, wird es nicht lustig – aus Mangel an Alternativen.

Obmann: Günter Benkö

Obmannstellvertreter: Bernd Strobl

Regelreferent: Ernst Tumberger

Besetzungsreferent: Stefan Berlakovich

Beobachtungsreferent: Manfred Pertl

Disziplinarreferent: Heinz Lautischer

Schriftführer: Josef Haider

Finanzreferent: Egon Grißler

Nachwuchsreferent: Paul Pethö

Talentekader-Leiter: Edi Freunthaller

Beisitzer Disziplinarausschuss:

Gerhard Groiss, Johann Konradt

Gruppe Nord: Manuel Gregorits

Gruppe Mitte: Rudolf Berlakovich

Gruppe Süd: Roland Hajszan

SCHIEDSRICHTER-AUSSCHUSS