Erstellt am 05. Januar 2011, 00:00

„Das Ego hintanstellen“. FUSSBALL / Mainz-Legionär Andreas Ivanschitz über das abgelaufene Sportjahr sowie über die Höhen und Tiefen.

Im Herbstdurchgang hatte Andreas Ivanschitz nicht immer Grund zum Lachen, obwohl es für den FSV Mainz 05 sportlich bestens gelaufen ist. Im Frühjahr strebt der 49-fache Nationalspieler einen Stammplatz bei Trainer Thomas Tuchel an und möchte den Punkterekord aus dem Vorjahr knacken.  |  NOEN
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Die Winterpause in der deutschen Bundesliga ist ja bekanntlich nicht von langer Dauer. Der Baumgartener Andreas Ivanschitz, aktuell Legionär beim 1. FSV Mainz 05, nutzte die kurze Unterbrechung für einen Besuch in seiner Heimat. Großes Highlight war für den Kicker natürlich die Taufe seiner Tochter Nahla (geboren am 17. Mai 2010) am Oberberg bei Eisenstadt, dann startete der Mainz-Legionär eine Besuchs-Tour bei seinen Verwandten im Burgenland. „Es bedeutet zwar Stress, ist mir aber sehr wichtig. Ich will den Kontakt aufrechterhalten“, so Ivanschitz, der mit dem Jahr 2010 bedingt „durchaus zufrieden“ ist.

Das Sportjahr 2010 war für den Mittelfeldspieler wie eine Hochschaubahn. „Gleich zum Rückrundenstart musste ich eine Gelbsperre absitzen, dann kam eine Verletzung hinzu, ich wurde krank und musste dann auch noch durch meinen Ausschluss zwei Partien pausieren“, so Ivanschitz, der im Herbst zuvor noch durch sechs Tore und sieben Assists die ganze Bundesliga gerockt hatte. Dennoch standen in seinem ersten Jahr bei Mainz unterm Strich 27 Einsätze.

Ivanschitz: „Damit kann  ich nicht zufrieden sein“

„Ich habe die Herausforderung, in einer der stärksten Ligen der Welt zu spielen, angenommen. Was Tempo und Qualität betrifft, ist Deutschland absolut top. Auch die körperlichen Anforderungen sind größer, weil du hier auch in jedem Training an deine Grenzen gehen musst. Das wird vom Trainer einverlangt – und wenn du nicht mitziehst, sitzt du auf der Tribüne“, weiß der 49-fachen Nationalspieler.

Acht Einsätze in diesem für die Tuchel-Elf so herausragenden Herbst sind der Wermutstropfen für Ivanschitz. „Damit kann ich nicht zufrieden sein, ich hätte mir natürlich mehr gewünscht. Aber mit dem Tor in Leverkusen, das uns auch die Tabellenführung zurückgebracht hat, durfte ich auch Highlights erleben“, freut sich der Österreicher. Bei fetten 33 Punkten allein im Herbst ist ohnehin wenig Grund vorhanden, um Trübsal zu blasen. „Auch wenn es für einzelne Spieler oft bitter und schwer ist, musst du dein eigenes Ego im Sinne des Gesamterfolges hintanstellen.“

Hauptziel für Ivanschitz bleibt es, „im Frühjahr noch näher an die Stammelf heranzurücken und wesentlich mehr Einsatzminuten zu bekommen. Sportlich kann es für Mainz ruhig so weiter gehen. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und wieder von Spiel zu Spiel unsere Leistung abrufen“, erklärt Ivanschitz.

Schon am 1. Jänner bat Trainer Thomas Tuchel seine so erfolgreichen Jungs wieder zum Training. Am 2. Jänner wurde ein Trainingslager auf dem alten Gelände des FC Barcelona bezogen.