Erstellt am 14. September 2011, 00:00

„Das ist eine echte Idiotengeschichte“. VERWIRRSPIEL / Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten: Die Flutlichtanlagen in Ritzing sollen versteigert werden.

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VON BERNHARD FENZ, OTTO

GANSRIGLER & MICHAELA GRABNER

Es gibt einfachere organisatorische Konstrukte als jenes rund um das Sportzentrum Ritzing. Da waren anfangs die Vinea Beteiligung GmbH und zwei Privatstiftungen im Spiel. Beide sind in Konkurs und Geschichte. Aktuell ist auf der großzügigen Anlage, wo auch der SC Vinea Ritzing seine Heimspiele in der Regionalliga Ost austrägt, die Harte Sport GmbH am Ruder.

Versteigerungstag steht,  Reißner bleibt gelassen

 

Ganz problemfrei dürfte das Konstrukt aber nicht laufen. Wie sonst ist es zu erklären, dass für kommenden Mittwoch – 21. September, 15 Uhr – eine gerichtliche Versteigerung der Flutlichtanlagen (Hauptfeld, Kunstrasenplatz, Trainingsplatz; siehe Faksimile) veranlasst wurde?

Seitens des betreffenden Bezirksgerichts (Oberpullendorf) gab es auf Anfrage keine Stellungnahme. Zumindest ein Punkt ist aber Fakt: Es geht um offene Schulden. Sollte es also zu der Versteigerung kommen, wird ein Sachverständiger vor Ort den Wert feststellen, danach wird geboten. Das Geld würde dann an den oder die Gläubiger gehen. Laut Obmann Harald Reißner, auch SP-Vizebürgermeister in Ritzing, wird es aber nicht so weit kommen. „Es besteht keine Gefahr, dass wir plötzlich ohne Flutlicht dastehen.“

Angekündigte Klage  gegen die Gemeinde

 

Stattdessen geht der Ritzing-Obmann in die Offensive und greift VP-Bürgermeister Walter Roisz an: „Der Bürgermeister von Ritzing will nicht verstehen, dass man Schulden gegenverrechnen kann, das ist doch sonst gang und gäbe. Die Harte Holding hat Abgabeschulden bei der Gemeinde. Der Sportclub hat Schulden bei der Harte Holding und die Gemeinde hat zugesicherte und auch beglaubigte Subventionen an den Sportclub noch nicht ausgezahlt.“ Nachsatz: „Es ist kein Ruhmesblatt, dass die Gemeinde die Harte Holding, die größte Ritzinger Firma, klagt. Wir werden die Sache klären und anschließend – ebenfalls kein Ruhmesblatt – müssen wir die Gemeinde auf Auszahlung der Subvention klagen. Die wird nämlich zurückgehalten.“ Neben dem von Harald Reißner angesprochenen Streit mit der Gemeinde („Das ist eine echte Idiotengeschichte. Es kann nicht sein, dass sich die Politik in den Sport einmischt.“) dürfte übrigens auch zumindest eine privatrechtliche Klage mit im Spiel sein.

Ortschef Walter Roisz:  „Es ist alles beglichen“

 

Bürgermeister Walter Roisz wiederum wollte das brisante Thema nicht kommentieren, bekräftigte aber, dass die Gemeinde dem SC Ritzing gegenüber alles beglichen habe. Und noch mehr: „Wenn jemand der Meinung ist, dass dem nicht so ist, hat er die Möglichkeit, sich an die Aufsichtsbehörde zu wenden.“