Erstellt am 22. Mai 2013, 00:00

„Das ist für die Ewigkeit“. Erste Liga / Thomas Salamon (24) spricht im Interview über den Grödiger Bundesliga-Aufstieg, über die Chancen in der neuen Saison und über seine mögliche Rückkehr nach Mattersburg.

 |  NOEN, GEPA pictures/ Mathias Mandl

BVZ: Seit knapp drei Wochen sind Sie nun schon Meister der Ersten Liga. Mit einem 2:1 gegen Austria Lustenau wurde der Titel vorzeitig fixiert. Wie haben Sie den Abend – jetzt, mit etwas Abstand betrachtet – erlebt?

Thomas Salamon: Es war ein richtig geiles Gefühl, als der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hat. Danach waren unglaubliche Emotionen im Spiel. Allen ist klar geworden, was da eigentlich geschafft worden ist. Danach war nur noch Feiern angesagt.

Vom Spielfeld direkt in die Disco?

Salamon: Wir waren dann mit der Mannschaft länger in der Kabine, schon da sind Bier und Sekt geflossen. Die Familien der Spieler waren in der Nähe, es herrschte eine richtig gute Stimmung. Später sind wir dann alle in der nahegelegenen Disco gelandet. In die Privatkleidung haben wir es nicht mehr geschafft. Aber wir wurden auch mit der Trainingskleidung reingelassen.

Was bedeutet dieser Aufstieg?

Salamon: Sehr viel. Meister zu werden ist etwas Besonderes – einen Titel zu holen, das kann dir keiner mehr nehmen, das ist für die Ewigkeit.

Inwieweit habt ihr in der Winterpause daran geglaubt? Neun Punkte war Austria Lustenau zu dem Zeitpunkt noch vorne.

Salamon: Ganz ehrlich: Nicht viele haben vor dem Frühjahr an Platz eins geglaubt. Dieser Glaube hat sich dann aber von Spiel zu Spiel gesteigert, die Euphorie ist immer größer geworden. Wir wollten anfangs Austria Lustenau maximal ärgern – dass es letztlich so gekommen ist, war mörderisch.

In der kommenden Saison spielt Grödig in der Tipp3 Bundesliga – mit welchen Chancen?

Salamon: In der Vergangenheit haben sich die Aufsteiger im ersten Jahr stets gut zurechtgefunden. Unser großes Plus ist, dass wir einen gepflegten Fußball praktizieren – daher gehe ich davon aus, dass wir uns rasch an die neue Liga gewöhnen und eine gute Rolle spielen können.

Beim Meisterstück gegen Austria Lustenau kamen 2.100 Fans in die Untersbergarena – nicht viel. Welches Potenzial hat Grödig?

Salamon: Ich bin sicher, dass ganz oben mehr Zuschauer kommen. Die Leute sind neugierig – noch dazu, wenn die Top-Teams Österreichs dann zu Gast sein werden. Trotzdem steht fest, dass Fußball in Salzburg nicht so angesehen ist wie anderswo. Die Zuschauerzahlen bei Red Bull Salzburg sind ja auch nicht berauschend.

In Mattersburg haben Sie es nicht in die Stammelf geschafft, bevor Sie im Sommer 2011 zu Grödig gewechselt sind. Inwieweit ist es eine persönliche Genugtuung, nun über einen anderen Verein als Stütze den Sprung ganz nach oben geschafft zu haben?

Salamon: Grundsätzlich ist es ein unglaubliches Gefühl, weil ich beweisen konnte, wozu ich imstande bin. Zehn Tore und 13 Assists sind eine gute Quote, das freut mich. Somit habe ich es auch denen gezeigt, die nicht an mich geglaubt haben.

In der nächsten Saison wird es wohl zu einem Wiedersehen kommen – freuen Sie sich darauf, ins Pappelstadion zurückzukehren?

Salamon: Natürlich. Für mich wäre es eine super Sache, wenn ich dabei zeigen kann, was wirklich in mir steckt.

Am Freitag endet die Erste-Liga-Saison mit dem Heimspiel gegen Blau-Weiß Linz. Und dann?

Salamon: Zwei Tage lang werden wir zum Abschluss noch einmal Vollgas geben und den Aufstieg feiern. Danach werde ich abschalten und mit meiner Freundin im Süden Urlaub machen, um die Akkus für die Vorbereitung auf die neue Saison wieder voll aufzuladen.

Interview: Bernhard Fenz

Zur Person

Thomas Salamon (24) wurde am 18. Jänner 1989 geboren und stammt aus Stöttera.

Über das BNZ Burgenland kam er in die Stronach-Akademie der Austria und zu den Austria Amateuren, ehe er im Juli 2008 zum SV Mattersburg wechselte. Seit Juli 2011 ist er für den SV Grödig tätig, Salamon hat einen Vertrag bis 2014.

Mannschaftsstütze: Der Stötteraner Thomas Salamon (l.) wechselte vor zwei Jahren seinen Arbeitsplatz vom Burgenland (Mattersburg) nach Salzburg (Grödig). Dort hat er einen Stammplatz – regelmäßig jubelt der 24-Jährige (hier mit Robert Strobl) über Assists und Tore. Gepa