Erstellt am 01. August 2012, 00:00

„Das ist mir zu wenig“. TIPP3 BUNDESLIGA / Eine Aufholjagd in Salzburg reicht nicht für Mattersburger Zufriedenheit – Punkte gegen Sturm schon.

VON BERNHARD FENZ

Vorbei ist die Zeit, da die Profis des SV Mattersburg nach einer knappen Auswärtsniederlage beim regierenden Meister die analytische Stimmung mit Zufriedenheit retten konnten.

Nein, Trainer Franz Lederer war nach dem 2:3 in Wals-Siezenheim nicht zufrieden. „Wenn wir uns verbessern wollen, dürfen wir uns nicht damit begnügen. Das ist mir zu wenig.“

Keine Frage: Die Leistung ab dem Anschlusstreffer von Patrick Bürger (überlegter Freistoß über die Mauer) war in Ordnung, als sich die Burgenländer aus der Passivität der ersten Hälfte herausbissen. „Bis auf das Gegentor hat das gepasst“, sah auch Lederer eine im Vergleich zu den ersten 45 Minuten veränderte Mannschaft. Aber: „Die erste Hälfte war einfach nicht gut. Wir haben in dieser Phase der Partie nur reagiert – da waren Verhaltensmuster dabei, die die Mannschaft länger nicht mehr an den Tag gelegt hat.“ So konnte die Offensivabteilung der Bullen auch problemlos die Abwehrreihen der Burgenländer mit einfachen Mitteln aushebeln – das gelang mit der Fortdauer der Partie nicht mehr so reibungslos. Das eine entscheidende Mal im Finish, als der eingewechselte Gonzalo Zarate elegant bedient wurde und Thomas Borenitsch bezwang, reichte aber trotzdem zum Salzburger Sieg.

Mehr Aktivität gefordert,  mehr Kreativität erhofft

Somit rangiert der SVM nach zwei Runden mitten im breit gefächerten Mittelfeld. Am Samstag (18.30 Uhr) geht es gegen Sturm Graz weiter. Der Meister der Saison 2010/2011 gewann am Samstag mit 1:0 bei der Austria, für Franz Lederer ist bei Spielen seiner Mannschaft aber wie immer ein Umstand wesentlich: „Nur auf den Gegner schauen bringt nichts. Wir dürfen nicht herumwassern und zu passiv werden, sondern wollen so auftreten wie in Salzburg nach der Pause.“ Da waren die Burgenländer im Spiel nach vorne nicht mehr so zögerlich und konnten Gefahr erzeugen. Beispiel: Patrick Farkas. Der 19-jährige Oberdorfer explodierte urplötzlich und scheiterte nach einem tollen Solo-Vorstoß an Goalie Alexander Walke. Im Gegenstoß gelang Salzburg das 3:2. Lederer: „Farkas hat den Zug und den Biss, das ist gut. Als nächstes muss er das noch zu Ende bringen – oder er spielt ab zu Michi Mörz.“

Solche individuellen Vorstöße über den halben Platz sind freilich nicht das Allheilmittel im Spiel nach vorne. Nach wie vor ist in der noch jungen Saison die Kreativabteilung der Burgenländer gefragt. Konkret gehen die Ideen von Ilco Naumoski in Hochform ab. Lederer hofft, dass sich das bald ändert: „Ilco ist noch nicht richtig drin, seine spielerischen Impulse fehlen derzeit.“